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Aus dem Landkreis Thorsten Gröger neuer IG-Metall-Chef
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Thorsten Gröger neuer IG-Metall-Chef
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18:44 13.11.2009
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Kreis Schaumburg. Christensen tritt zum neuen Jahr die Ruhephase der Altersteilzeit an. Der Ausstieg aus dem Berufsleben hat gesundheitliche Gründe, wie der 1. Bevollmächtigte gestern im Gespräch mit dieser Zeitung dargelegt hat. Mit dem 59-Jährigen verlässt der wohl dienstälteste Hauptamtliche der Metallgewerkschaft in Niedersachsen die Bühne: 31 Jahre und davon 28 Jahre als 1. Bevollmächtigter hat Christensen für die IG Metall gearbeitet, die längste Zeit davon im Raum Nienburg und seit 2004 auch im Raum Stadthagen.
Diese lange Zeit, aber vor allem, dass Christensen die Verwaltungsstelle Nienburg-Stadthagen fit für die Zukunft gemacht habe, hat Bezirkschef Hartmut Meine in der Delegiertenversammlung besonders hervorgehoben. Außer Christensen geht auch Gewerkschaftssekretär Lutz Heitmann nach 18 Jahren in der Verwaltungsstelle in den Ruhestand.
Christensen, der nach Lehren als Fernmeldetechniker und Industriekaufmann eine klassische, zunächst ehrenamtliche Gewerkschaftslaufbahn begonnen hatte, wurde nach dem Studienabschluss als Diplom-Sozialwirt zum Hauptamtlichen. Als die größten Herausforderungen bezeichnete er die Auseinandersetzungen um die 35-Stunden-Woche (1984 und 1985) sowie die Schließungen eines einstigen Großbetriebes mit bis zu 1200 Beschäftigten in Sulingen Ende der achtziger Jahre.
Ein besonderes Anliegen sind dem Gitarristen und Sänger der Band „Musik mit Nebenwirkungen“ Kulturveranstaltungen, in denen die politische Tradition der Gewerkschaft deutlich werde. Das hat der angehende Ruheständler mit Partnern in Nienburg viele Jahre organisiert. Darum will er sich weiter kümmern und hofft, dass Nachfolger Thorsten Gröger und Team auch diesbezüglich in Schaumburg mehr Akzente setzen.
Gröger, der einzige Vorschlag für die Christensen-Nachfolge des Ortsvorstandes der IG Metall, ist mit 60 Ja-Stimmen, zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen in seine neue Funktion gewählt worden, was er als „super Ergebnis“ kommentierte. Der 40-Jährige ist gelernter Werkzeugmacher. Gelernt hat er, als Faurecia noch RHW hieß. Von 1990 bis 2005 hat Thorsten Gröger dem Betriebsrat seiner alten Firma an gehört, in den letzten beiden Jahren als Vorsitzender. Von 1993 bis zum letzten Arbeitstag bei Faurecia war er dort Vorsitzender der gewerkschaftlichen Vertrauensleute. Seit 2005 ist der künftige IG-Metall-Chef hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär. Von Januar an wird er seine Arbeitszeit auf die Büros in Stadthagen und Nienburg aufteilen.
Seine alte Firma wird Thorsten Gröger scharf im Auge behalten müssen, „weil Faurecia einer der wichtigsten Betriebe für uns ist und weil die Zukunft der Produktion immer noch nicht sicher ist“. Jürgen Lentz