Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Aus dem Landkreis Vier Landkreise feiern Erfolge ihrer Kooperation
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Vier Landkreise feiern Erfolge ihrer Kooperation
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:23 11.10.2019
 Bei dem von den SN organisierten Bühnenprogramm müssen Schaumburgs Landrat Jörg Farr (von links) und seine Kollegen Detlev Kohlmeier (Nienburg), Torsten Schulte (Stellvertreter aus Hameln-Pyrmont) und Angela Schürzeberg (Holzminden) unter den Augen von NDR-Moderatorin Kerstin Werner beweisen, wie gut sie sich in ihrer Region auskennen. Quelle: Lennart Hecht
Landkreis

Wie kann sich das Weserbergland wirtschaftlich, touristisch, aber auch infrastrukturell in eine positive Richtung weiterentwickeln? Es war diese Frage, die drei Oberkreisdirektoren aus Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden kurz vor der Jahrtausendwende umgetrieben – und sie veranlasst hat, die Regionale Entwicklungskooperation Weserbergland (REK) ins Leben zu rufen, zu der seit 2006 auch Nienburg gehört. Es geht, gestern wie heute, um eine starke Stimme in der Landeshauptstadt, Fördergelder und interkommunale Synergien.

In diesem Jahr wird die REK 20 Jahre alt. Das wurde jetzt in Bodenwerder gefeiert. Mit dabei waren Hunderte Gäste aus Wirtschaft, Politik, Gemeinden oder Tourismus, auch aus Schaumburg. Doch angesichts des runden Geburtstags ging es nicht bloß darum, die Erfolge der Kooperation zu feiern. Im Zentrum stand vielmehr der Blick in die Zukunft. Die Frage: Wie soll die ländliche Entwicklung in den nächsten Jahren weitergehen? Dafür hatte so mancher interessante Visionen.

‘Die Leute wollen eh in die Stadt‘ – nach dieser Einstellung haben wir über Jahre Politik gemacht

Torsten Schulte , Stellvertretender Landrat in Hameln

Zum Beispiel Hamelns stellvertretender Landrat Torsten Schulte. Dass er sich nichts Schöneres vorstellen kann, als im Weserbergland zu leben, hatte er erst kurz zuvor klargestellt. Die REK stehe für ihn „für eine richtig geile Region“, sagte Schulte. Dieser Überzeugung schloss sich auch seine Rede an.

„‘Die Leute wollen eh in die Stadt‘ – nach dieser Einstellung haben wir über Jahre Politik gemacht“, sagte er. Das sei ein Fehler gewesen, denn so wurden überall auf dem Land Schulen geschlossen, Freizeitangebote gekürzt, Strukturen zurückgebaut. „Meine Vision ist, dass sich das irgendwann dreht“, erklärte Schulte.

Indizien dafür gebe es genug: Die Zahl derjenigen, die ihr Haus auf dem Land für eine Stadtwohnung aufgeben, gehe zurück. Außerdem sei es durch neue Arbeitskonzepte ohne Weiteres möglich, als Angestellter tätig zu sein, ohne täglich im Büro aufzukreuzen. Entsprechend euphorisch warb der Hamelner für seine Vision: „Wir müssen den Mut haben, auch mal Fördergelder in den Sand zu setzen, um die richtige Idee zu finden.“

Auch Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast, die als Gastrednerin bei der Regionalkonferenz dabei war, ist guter Dinge. „Ländliche Entwicklung macht mir richtig viel Spaß“, sagte die Ministerin, die wie zum Beweis in einem Dorf aufgewachsen ist und dort bis heute lebt – und das trotz des Jobs in Hannover.

Auch für die REK und das Treffen in Bodenwerder hatte Otte-Kinast wohlwollende Worte übrig: „Für mich ist das eine großartige Veranstaltung“, sagte sie. „Und nach 20 Jahren innezuhalten und auf das Erreichte zurückzuschauen, ist nur richtig.“

Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast gratuliert der REK.

Das taten die Teilnehmer am Rande von drei Themenforen zu Zukunftsthemen wie Umwelt und Klima dann auch – unter anderem mit einer aufwendigen Filmproduktion der Schaumburger Nachrichten. Dafür waren vier Protagonisten im Vorfeld tagelang in den vier Landkreisen unterwegs, um Leuchtturmprojekte der REK-Kooperation vorzustellen: Die Sommeruni samt Bildungsmesse in Schaumburg, den Weserradweg in Hameln-Pyrmont, einen geförderten Maschinenbaubetrieb in Holzminden und das Projekt „Umbau statt Zuwachs“ in Nienburg, durch das etwa eine leer stehende Grundschule in eine Kita verwandelt wurde – anstatt neu zu bauen. von Lennart Hecht