Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Aus dem Landkreis Wer zahlt für Verluste des Klinikums Schaumburg?
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Wer zahlt für Verluste des Klinikums Schaumburg?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 18.04.2019
Der Landkreis erleidet durch das Minus des Krankenhauses keine finanziellen Nachteile. Quelle: rg
Landkreis

Das Krankenhaus trägt „Agaplesion“ zwar im Namen und wird von der gemeinnützigen Aktiengesellschaft auch betrieben – es gehört dem Konzern aus Frankfurt allerdings nicht allein. Der Landkreis Schaumburg besitzt als Gesellschafter zehn, die Stiftung Bethel 30 Prozent der Betriebsgesellschaft. 60 Prozent gehören der Agaplesion Aktiengesellschaft.

Sowohl der Landkreis als auch die Stiftung Bethel haben sich allerdings vertraglich zusichern lassen, dass sie etwaige Verluste nicht anteilig tragen müssen. Das heißt: Die Millionenverluste der letzten beiden Jahre trägt ausschließlich Agaplesion.

Agaplesion stützt und trägt dieses Krankenhaus

„Das ist bewundernswert, wie sich dieser Konzern bei uns im Landkreis engagiert“, sagt dazu Pastor Jens Hauschild, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bethel. „Da darf man dankbar sein, das ist wirklich vorbildlich.“ Die Stiftung Bethel, die früher das Bückeburger Krankenhaus geleitet hat, sei auch gar nicht in der Lage, persönlich für so hohe Verluste zu haften. „Der Konzern kam aber auch nicht mit der Bitte auf uns heran, Geld zuzuschießen“, so Hauschild. „Agaplesion stützt und trägt dieses Krankenhaus“, ist er zuversichtlich.

Ähnlich geht es dem Landkreis Schaumburg, bestätigt Kreissprecher Klaus Heimann auf Anfrage. Finanzielle Nachteile erleide man durch den Millionenverlust nicht. Und dem Landkreis, der bis vor einigen Jahren die beiden defizitären Kreiskrankenhäuser Stadthagen und Rinteln mit Millionenbeträgen bezuschussen musste, ist dadurch eine große finanzielle Last genommen worden.

Regionale Gesellschafter profitieren aber auch nicht

Genausowenig wie die beiden regionalen Gesellschafter an Verlusten beteiligt sind, profitieren sie aber auch nicht von etwaigen Gewinnen in der Zukunft. „Das geht Hand in Hand“, erklärt Hauschild.

Das Modell, nicht Alleineigentümer eines Krankenhauses zu sein, ist bei Agaplesion üblich. „Grundsätzlich bieten wir in der Regel Mehrheitsmodelle an“, heißt es von Konzernseite. Der Vorteil aus Sicht des Unternehmens: „Agaplesion übernimmt federführend die Funktion der strategischen sowie konzeptionellen Leitung.“ Dabei werde ausdrücklich darauf geachtet, dass „die operative Selbstständigkeit im Kerngeschäft, zum Beispiel die Leitung von Medizin, Pflege oder Betreuung, dezentral bei den Einrichtungen vor Ort verbleibt. Die bisherigen Gesellschafter bleiben in einer Mitverantwortung, ebenso wie für die Identitätsstärkung vor Ort“.

von Jakob Gokl