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Aus dem Landkreis Windräder stehen still
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Windräder stehen still
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09:20 06.07.2018
Die Betreiber der Windräder in Beckedorf und Bad Nenndorf haben die Anlagen vorsorglich am Mittwoch abgeschaltet. Quelle: bab
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Landkreis

Wie berichtet, hatte das Verwaltungsgericht Hannover eine Klage des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen zugestimmt. Das Gericht ist zu der Entscheidung gekommen, dass der Landkreis es im Genehmigungsverfahren zu Unrecht unterlassen hat, eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen.

Die Umweltinitiativen argumentieren, dass bedrohte Vogelarten durch die Anlagen gefährdet werden. Der Landkreis und die Windenergieanlagenbetreiber können gegen den Beschluss noch bis kommenden Freitag Beschwerde einlegen.

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Dies werde er auch definitiv tun, sagt Burghard Massante, Vorstandsvorsitzender der Bürgerenergiegenossenschaft Schaumburg (BEnGSHG), die das Windrad in Beckedorf betreibt. Sein Sohn, Florian Massante, ist Geschäftsführer des Wind- und Energieverbundes Schaumburg, dem die drei neuen Anlagen in Riepen gehören.

Massante glaubt an korrektes Verfahren

Burghard Massante möchte mit der Stilllegung seine Absicht verdeutlichen, „dieses Verfahren sauber durchzuführen“. Außerdem wolle er den Landesverband Bürgerinitiativen nicht provozieren und einer gerichtlichen Anordnung zuvorkommen. Auch der Landkreis hätte die Abschaltung anordnen können. Dort hatte es diese Woche jedoch geheißen, die Sachlage erst prüfen zu wollen.

Dennoch ist sich Massante sicher, dass das Genehmigungsverfahren vollkommen korrekt abgelaufen ist. „Wir sehen unsere Argumentation angesichts dieser Entscheidung nicht gewürdigt.“ Zumal das Flächennutzungsplanverfahren im Jahr 2011 begonnen habe. „Wir haben fünf Jahre gebraucht, um das Genehmigungsverfahren abzuschließen und haben alles gegeben. Umso trauriger und nicht nachvollziehbar finde ich die Entscheidung des Gerichtes.“

Das Verfahren „heilen“

Der Genehmigungsbehörde, also in diesem Fall dem Landkreis, müsse man auch vertrauen, dass sie weiß, was sie tut. Er gehe aktuell jedoch davon aus, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung nachgeholt wird, um das Verfahren wie vom Gericht gefordert „zu heilen“ – „und ich hoffe, dass wir in dieser Zeit die Anlagen wieder hochfahren können“.

Denn natürlich werde es zu Umsatzeinbußen kommen, auch wenn diese in den windschwachen Monaten Juli und August überschaubar seien. „Im November oder Dezember wäre das existenzbedrohend“, betont der Vorstandschef. col