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Aus dem Landkreis Wo man im Landkreis die EU wirken sieht
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Wo man im Landkreis die EU wirken sieht
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00:21 18.05.2019
Die höchsten Leader-Zuschüsse: Mehr als eine Million Euro werden aus diesem Topf zwischen Rinteln und Steinhuder Meer verteilt.  Quelle: dpa
Landkreis

Seit den Siebzigerjahren ist die Wahlbeteiligung stetig zurückgegangen, lag zuletzt bei rund 42 Prozent. Europa, heißt es, fühlt sich für viele zu weit weg an. Dabei ist auch Schaumburg voll davon.

Die vier größten Projekte im Landkreis mit EU-Beteiligung

Das fängt beim „Rats“ in Stadthagen an. Das Gymnasium erfüllt die Bedingungen, um sich Europaschule zu nennen. Eher ärgerliche Schlagzeilen – so jedenfalls dürfte es die Fürstliche Hofkammer in Bückeburg sehen – hat die europäische Naturschutzrichtlinie Natura 2000 lokal geschrieben. Die Waldbesitzer in der Ex-Residenzstadt fürchten wegen der strengen Auflagen existenzbedrohende Einbußen und wehren sich deshalb juristisch dagegen.

Bei allem Ärger mit Richtlinien schafft die EU es aber auch immer mal mehr, mal weniger explizit genannt in positive Überschriften. Wenn in Bückeburg die Musikschule auseinanderfällt, im Ortseil Meinsen der Kirchturm vom Zusammenbruch bedroht ist oder eine etwas rustikale Parkanlage in Sachsenhagen zum grünen Ortsmittelpunkt werden soll, hilft Brüssel den klammen Kommunen mit Fördergeld aus, ohne das solche Projekte heftige Löcher in die Haushalte reißen würden.

1,2 Millionen Euro für Jugendliche, Kohlenkirche und Feggendorfer Stolln

Mehr als 1,2 Millionen Euro aus diesem „Leader“ genannten Topf der EU fließen zwischen 2014 und 2020 in den Landkreis – von der Unterstützung für Jugendliche im Programm „Übergang Schule-Beruf“ (57.000 Euro) über die statische Voruntersuchung der historischen Kohlenkirche in Stadthagen (10.000 Euro) bis hin zur Strom- und Luftversorgung im Feggendorfer Stolln (85.000 Euro) und der Anrufbus-Zentrale in Niedernwöhren (111.000 Euro).

Und das ist nur Leader, ein spezielles Unter-Programm für die Stärkung ländlicher Räume. In der Jugendwerkstatt Hülshagen, die Teens und Twens mit Problemen bei der Jobsuche unter die Arme greift, stecken gut 450.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds, und zum 350.000 Euro teuren Amphibienschutz in der Sachsenhäger Niederung kommt ein 50-prozentiger Zuschuss aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung hinzu.

Auch Betriebe profitieren, häufig in Form von kleineren vier- oder fünfstelligen Beträgen. Die EU bezuschusst Meistervorbereitungslehrgänge, Weiterbildungen etwa zur Elektrofachkraft und mit 33 Prozent zum Beispiel auch eine Langdrehmaschine. Bis ins Detail nachzuvollziehen ist das im Internet auf projektatlas.europa-fuer-niedersachsen.de. 

von Jan-Christoph Prüfer