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Aus dem Landkreis Woche der Diakonie: Alltagshelden in Schaumburg würdigen
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Woche der Diakonie: Alltagshelden in Schaumburg würdigen
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16:01 19.08.2019
Wilfried Vauth (links), Karin Schulz und Günter Hartung laden Diakoniegottesdienst nach Lindhorst ein. Das Thema Hospiz steht im Vordergrund. Quelle: jem
Landkreis

Alltagshelden gibt es in der Gesellschaft immer wieder. Nicht immer allerdings werden sie auch gehört – ebenso wie die Menschen, denen sich die Alltagshelden widmen. Genau diese Menschen werden in der Woche der Diakonie gewürdigt.

Einen Gottesdienst zum Motto „Unerhört diese Alltagshelden“ veranstaltet die Evangelisch-Lutherische Landeskirche in der St.-Dionysius Kirche in Lindhorst am Sonntag, 25. August, um 10 Uhr. Pastor und Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes, Wilfried Vauth, freut sich auf den Gastredner Pastor Joachim Lenke, der auch Vorstandssprecher des Diakonischen Werkes Niedersachsen ist.

Hospizarbeit soll in Mittelpunkt rücken

Vauth hält es für sinnvoll, das Thema auch theologisch zu begleiten. „Viele Menschen haben heute das Gefühl, nicht gehört zu werden.“ Das bestätigt auch Diakonie-Geschäftsführer Günter Hartung: „Sie fühlen sich an den Rand gedrängt in einer immer unübersichtlicheren Welt, in der das Tempo steigt.“ Aber jede Lebensgeschichte habe ein Recht darauf, gehört zu werden.

Besonders ins Blickfeld soll beim Gottesdienst und in der Woche der Diakonie die Hospizarbeit rücken. „Kranke und sterbende Menschen sowie die Angehörigen und Helfer sollen nicht unerhört bleiben“, sagt Hartung.

Unterstützung und Entlastung für Angehörige

Da biete es sich an, die Arbeit des ambulanten Hospizdienstes Opal mit Sitz in Stadthagen in den Mittelpunkt dieser Woche zu stellen. Dort erfahren die Besucher des Gottesdiensts auch von der Arbeit von Karin Schulz. Sie ist hauptamtliche Koordinatorin bei Opal. Sie besucht Betroffene zum Erstgespräch, um dort die Wünsche und den Bedarf zu erfragen. Angewiesen ist sie auf ehrenamtliche Mitarbeiter. Derzeit stehen 25 zur Verfügung, die für Bückeburg, Stadthagen und Umgebung zuständig sind, informiert Schulz.

„Sie schenken den Menschen ihre freie Zeit und begleiten diese und ihre Familien offen, achtsam und liebevoll bis zum Lebensende. Sie hören hin.“ Somit passe das Motto „Unerhört“ der Diakonie besonders gut. Ziel ihrer Arbeit sei es letztlich, eine höchstmögliche Lebensqualität zu gewährleisten. Für die Angehörigen werde Unterstützung und Entlastung angestrebt. Es gehe dabei in keiner Weise um eine medizinische Versorgung. Das besondere an Opal sei, dass sie und die Ehrenamtlichen zu den Betroffenen komme und sie somit in ihrer gewohnten Umgebung bleiben könnten.

Religion spielt keine Rolle

Schulz betont außerdem, dass jeder Mensch die Hilfe in Anspruch nehmen könne – die Religion spiele keine Rolle. „Wir arbeiten überkonfessionell.“ Bevor ein Ehrenamtlicher für einen Betroffenen zuständig ist, muss er einen etwa einjährigen Qualifizierungskurs absolvieren. „Trotzdem können Ehrenamtliche an ihre Grenzen kommen“, so Schulz. Diese Grenzen zu erkennen und die Mitarbeiter aufzufangen, gehöre auch zu ihren Aufgaben – beispielsweise mit Supervisionen. Die ausgebildete Pflegekraft ist darüber hinaus mit Pflegeeinrichtungen, Ärzten und Familien im Gespräch.

Die Hospizarbeit sei ein wichtiger Baustein für die Diakonie, sagt Hartung. In nicht einmal einem Jahr habe Opal 25 Begleitungen abgeschlossen. „Das ist viel.“ Es gebe viele weitere Anfragen. Aus diesem Grund sei auch wichtig, dass sich noch mehr ehrenamtliche Mitarbeiter finden. Insbesondere junge Menschen und Männer werden Schulz zufolge gesucht. Auch auf Spenden sei der ambulante Hospizdienst angewiesen. von Jennifer Minke-Beil

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