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Aus dem Landkreis Zeichen setzen auf zwei Rädern
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Zeichen setzen auf zwei Rädern
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19:45 26.04.2018
Sicherheit auf dem Fahrrad
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Landkreis/Bückeburg

Eine Gruppe von mehr als 15 Radfahrern nutzt dazu die Straßenverkehrsanordnung auf pfiffige Weise: Ab dieser Zahl kann als Verband auf der Straße gefahren werden, zwei Radler nebeneinander.

Und damit wird die Gruppe zu einem wichtigen Signal: Uns kann man nicht einfach umfahren. „Critical Mass“ gibt es bisher im Landkreis nur in Bückeburg, und Felix Wells als Ansprechpartner des ADFC in Schaumburg und Initiator der Gruppe wäre wahrscheinlich froh, wenn es tatsächlich einmal 15 Teilnehmer geben würde, damit im Pulk geradelt werden könnte. Denn nach einem Einbruch der Teilnehmerzahlen im zweiten Jahr wurde 2017 diese Zahl noch nicht wieder erreicht. Am heutigen Freitagabend ist der Marktplatz in Bückeburg der nächste Treffpunkt, losgeradelt wird um 18 Uhr. Thomas Stübke wird um 17.30 Uhr auf dem Kirchplatz in Obernkirchen losfahren und sich über viele Mitfahrende freuen. Er fährt die Vehlener Straße runter Richtung Bückeburg und kann dort weitere Mitstreiter mitnehmen.

In die Pedale treten, um für mehr Verständnis, Akzeptanz und Aufmerksamkeit für Fahrradfahrer im Straßenverkehr zu werben, diese Aktionen von „Critical Mass“, vor allem in Metropolen, gibt es seit Anfang der neunziger Jahre. Die Vereinigung legt den Finger in die Wunde, denn jahrelange verfehlte Verkehrs- und Stadtplanung können Radlern den Platz auf der Straße schwer machen. Denn ein Umdenken tut Not.

Mobilitätsverhalten muss sich ändern

Auf einen Aspekt verweist Felix Wells: „Angefeuert durch Dieselskandal und Klimaschutzdiskussion wird uns bewusst, dass unser Mobilitätsverhalten so nicht weitergehen kann.“ Radverkehr stelle einen wichtigen Baustein zur Dämpfung dieser Probleme dar; eine effektive Förderung eines sicheren und komfortablen Radverkehrsnetzes mit Abstellanlagen und weiteren Angeboten für den Radverkehr sei daher auch „ein wesentlicher Beitrag für die Bewegungs- und Lebensqualität einer Stadt“.

Generell gebe es im Landkreis genug Stellen, an denen es für Radfahrer schwierig wäre, sagt Anke Czech vom Kreisverband Schaumburg des ADFC. Sie nennt mit der Weserbrücke und dem Kreisel vor der McDonalds-Filiale in Rinteln zwei Beispiele, an denen sich der Radfahrer fragen müsse: „Wo bleibe ich hier?“. „Wir brauchen mehr Angebote an separierten Radwegen für die weniger sicheren Fahrradfahrer, die sich nicht trauen, auf der Fahrbahn zu fahren. Neben Kindern und Fahranfängern müssen wir dabei insbesondere an die zunehmend alternde Gesellschaft denken.“ rnk