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Aus dem Landkreis Zweite IGS-Oberstufe nicht in Sicht
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Zweite IGS-Oberstufe nicht in Sicht
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00:20 30.05.2019
Die IGS Rodenberg wird keine zweite Oberstufe bekommen.
Die IGS Rodenberg wird keine zweite Oberstufe bekommen. Quelle: gus
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Um den Weg dafür zu ebnen, hatte die Kreistagsgruppe WIR/Die Linke einen entsprechenden Antrag gestellt und eine Befragung der Eltern der Jahrgänge sieben bis neun veranlasst. Diese sollte nun den Bedarf an einer zweiten IGS-Oberstufe in Schaumburg zeigen. Die Beteiligung mit insgesamt 28 Prozent – vor allem an den Oberschulen (sechs Prozent) und Gymnasien (17 Prozent) – war aus Sicht der meisten Politiker an den meisten Schulen aber eher ernüchternd.

Schulamtsleiter Ralf Mahnert erläuterte nun im Schulausschuss die Ergebnisse. Die Situation für den Bereich der IGS Rodenberg stelle in den ersten zwei Schuljahrgängen noch eine Dreizügigkeit sicher. In den folgenden Jahren gehe die Schülerzahl jedoch auf 38 zurück. Damit sei eine Oberstufe nicht genehmigungsfähig, denn es müssten 54 Schüler auf zehn Jahre nachgewiesen werden.

„Wir haben es geahnt, dass die Zahlen für eine zweite IGS-Oberstufe nicht ausreichen werden“, erklärte Dieter Horn (SPD). An die Schülerzahlen, die gesetzlich gefordert werden, komme man nicht heran. Somit sei es sinnvoll, den Standpunkt der IGS Schaumburg weiter zu stärken, indem unter anderem das Raumangebot erweitert werde. Das könne in den Räumen der jetzigen Hans-Christian-Andersen-Schule umgesetzt werden, denn es sei die räumliche Nähe vorhanden.

Oberstufenschüler sollen kostenlos Bus fahren

Nach dem Auszug der letzten Förderschulklassen zum Ende des Schuljahrs könnte das Gebäude komplett für die IGS genutzt werden, so Horns Vorschlag. Die elften Klassen der IGS würden bereits jetzt dort unterrichtet. Da der Platz für die gesamte Oberstufe nicht ausreiche, müsse noch ein Anbau erfolgen.

Außerdem sei es dringend notwendig, dass die Schüler der Oberstufen kostenlos Bus fahren können. Eine Schülerbeförderung, die nicht das Portemonnaie der Familien belaste, sei ein absolutes Muss. Die SPD-Fraktion äußerte den Wunsch, dass die Kreisverwaltung „Druck bei der Landesregierung“ mache. Die CDU-Fraktion sah die Lage ähnlich: „Die Befragung hat ein realistisches Bild der Schülerzahlen dargelegt“, so Heiko Tadge. Man müsse den Schülern ein gutes Kursangebot zusichern. Das sei in Stadthagen gegeben.

Mehrheitlich stimmten die Fraktionen für eine Erweiterung der Beschlussvorlage, dass sowohl die kostenfreie Busbeförderung für Oberstufenschüler schnellstmöglich erreicht werde, aber auch der Ausbau an der jetzigen Förderschule angestrebt werden solle.

Kooperation von Schulen anstreben

Metin Duygu (Linke) zeigte sich von der Beteiligung der Eltern enttäuscht. „28 Prozent Rücklauf finde ich wirklich gering.“ Auch die zwölf Prozent Beteiligung des Gymnasiums in Bad Nenndorf seien „schade“. Lehrervertreter Lutz Müller erlebte derweil ein „Déjà-vu“. Immer wieder werde ermittelt, dass die Schülerzahlen nicht ausreichen, obwohl die Gemeinden in Bad Nenndorf und Rodenberg wachsen. Er habe das Gefühl, dass die Oberstufe politisch nicht gewünscht sei, damit die gymnasiale Oberstufe nicht in Gefahr gerate.

„Die IGS braucht eine Oberstufe, um gute Schüler zu generieren“, so Müller. Ansonsten trage die IGS die Hauptlast der Inklusion und sei nicht mehr arbeitsfähig. Auch die guten Lehrer wandern ohne die Perspektive der Oberstufe ab. Es werde schwierig, auf diese Weise langfristig erfolgreich zu sein. Er habe das Gefühl, die IGS mutiere zur „Restschule“.

Auch die SPD habe davon geträumt, dass jede IGS eine Oberstufe habe. „Aber die Realität spricht eben eine andere Sprache“, so Horn. Man könne Kooperationen von Schulen anstreben. Dagmar Hansing, ebenfalls SPD, meinte, dass der Beschluss nicht für die Ewigkeit gelte. jemi