Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
kauf hier Weil Brot nicht gleich Brot ist
Schaumburg Landkreis Themen kauf hier Weil Brot nicht gleich Brot ist
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 19.02.2017
Generationswechsel: Dominik Scholz führt die Backtradition weiter. Quelle: jak
Anzeige
Deckbergen

Schon in den Jahren davor ist der 28-Jährige in Entscheidungen des Betriebs involviert gewesen. Die Chemie zwischen den Eltern und dem Nachfolger müsse passen, sonst gebe es beim Übergang in die nächste Generation nur Probleme. „Mein Vater ist Bäcker mit Leib und Seele“, betont Scholz. Daher helfe er im Betrieb auch weiter aus.

Sein Handwerk hat Scholz von der Pieke auf im elterlichen Betrieb gelernt. „Ich kenne jeden einzelnen Produktionsschritt und kann ihn unseren Kunden erklären“, so Scholz, der seinen Fokus auf den direkten Kundenkontakt legt. Daher ist er an den meisten Tagen direkt vor Ort, mit dem Verkaufswagen auf den Wochenmärkten in Bückeburg, Hameln und Minden. „Unsere Kunden schätzen den Kontakt und fragen durchaus kritisch nach.“

Anzeige

Fast alles in Handarbeit

In der Landbäckerei Scholz werden nach Darstellung des Chefs nicht nur Brote nach eigenem Rezept von Hand angefertigt, auch bei den Süßspeisen setzt der Traditionsbetrieb aufs Selbermachen. Deswegen befindet sich neben Scholz als Bäckermeister auch noch ein Konditor im Zehn-Mann-Betrieb. Vom Teig über die Füllung bis hin zum selbst gekochten Pudding haben Scholz und seine Mitarbeiter die Schritte der Produktion im eigenen Haus. Fertigware gebe es nicht, fast alles sei weiterhin Handarbeit. „Viele Teige führen wir so weich, dass Maschinen diese schlicht nicht verarbeiten können.“

Diese Produktionsweise limitiert allerdings auch. „Ich werde immer wieder gefragt, ob wir nicht in Hameln oder Minden eine zusätzliche Filiale eröffnen könnten“, so Scholz. Aber viel größere Produktionsmengen seien bei konsequenter Handarbeit nicht drin.

Statt zu expandieren, investiert Scholz in den Bestand. Im vergangenen Jahr entstanden Sozial- und Kühlräume neu, in Zukunft stehen vor allem energieeffizientere Geräte auf dem Investitionsplan. „Das Backen ist sehr energieintensiv“, weiß Scholz.

Belastet von EEG-Umlage und Mindestlohn

Hart trifft den Unternehmer daher die EEG-Umlage, von der seine bundesweit agierende Konkurrenz teilweise befreit sei. Auch beim Thema Mindestlohn wünscht Dominik Scholz sich ein Umdenken der Politik. „Hier wurden alle Unternehmer unter Generalverdacht gestellt.“ Die umfangreiche Bürokratie binde unnötig viel Arbeitskraft, denn neben dem Alltagsgeschäft ist die Landbäckerei auch ein Lehrbetrieb.

Derzeit werden zwei junge Menschen zu Bäckergesellen ausgebildet. Neben dem eigenen Laden, der nicht nur von der heimischen Kundschaft, sondern auch von Durchreisenden frequentiert wird, sind die beiden Verkaufswagen und die Wochenmärkte der Region ein wichtiges Standbein des Unternehmens.

Vom Backmischungs-Einheitsbrei hält Scholz nichts. „Das kann am ersten Tag vielleicht noch schmecken“, sagt Scholz. „Aber gutes Brot erkennt man daran, dass es auch am zweiten und am dritten Tag noch schmeckt.“ Außerdem geht durch Fertigprodukte laut Scholz die Individualität verloren. „Meine Ware gibt es nur bei mir.“ Viele Kunden kämen nur einmal die Woche, um frisches Brot zu holen. Wenn man die Backwaren richtig lagere (siehe Kasten) sei das kein Problem.

Übrigens: Was Scholz nicht verkaufen kann, geht direkt an die heimische Tafel. jak

Anzeige