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Beckedorf Ausbau der Hauptstraße in Beckedorf: Bürger weiter gegen Planung
Schaumburg Lindhorst Beckedorf Ausbau der Hauptstraße in Beckedorf: Bürger weiter gegen Planung
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00:23 05.04.2019
Beckedorf

Die Samtgemeinde Lindhorst geht nicht davon aus, dass das Angebot zur Sanierung der Hauptstraße in Beckedorf den Zuschlag erhält. Samtgemeindebürgermeister Andreas Günther glaubt, dass die Ausschreibung aufgehoben werden wird, weil das abgegebene Angebot unwirtschaftlich sei. Die Samtgemeinde will, wie berichtet, im Zuge der Sanierung auch die Regen- und Abwasseranlagen erneuern. Markus Brockmann von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln bestätigt, dass die Aufhebung des Angebots beim Land beantragt wurde.

Die Bürgerinitiative aus Anwohnern der Hauptstraße sieht in der neuerlichen Verzögerung des Ausbaus der Landesstraße 370 eine Möglichkeit, ihre Belange bei der Samtgemeinde durchzusetzen. Wie deren Sprecher Willi Fedorczuk erklärt, haben die Bürger von der Samtgemeinde falsche Informationen bekommen, was die Erneuerung der Hausanschlüsse betrifft. Angeblich wurden die Anlieger nicht darüber informiert, dass funktionstüchtige Anschlüsse in gutem Zustand nicht erneuert werden müssen. Außerdem hat sich die Initiative an die Kommunalaufsicht des Landkreises gewandt.

Vom Tiefbauverfahren abrücken

Fedorczuk ist nach wie vor sicher, dass ein Inliner-Verfahren kostengünstiger wäre, um die Hausanschlüsse zu erneuern. „Aufgrund der vorliegenden Kostenexplosion der Ausschreibungen haben wir die Samtgemeinde Lindhorst aufgefordert, vom Tiefbauverfahren abzurücken und stattdessen das Schlauchlinerverfahren auszuschreiben“, berichtet die Bürgerinitiative. Außerdem saniere die Samtgemeinde die Hauptleitungen selbst in dem Verfahren, so Fedorczuk.

Das sei nicht ganz richtig, so Christopher Sendler vom Fachbereich Bauen der Samtgemeinde. Da das Inliner-Verfahren eben nicht überall funktioniere, werde auch einiges in offener Bauweise hergestellt werden müssen. Bei den Hausanschlüssen seien die Befunde zudem so, dass dieses Inline-Verfahren nicht anwendbar sei. Das sei ihnen von den Experten aus dem Planungsbüro Kirchner auch so bestätigt worden. „Außerdem wissen wir, dass das Schlauchliner-Verfahren auch gravierende Nachteile hat“, sagt Samtgemeindebürgermeister Günther und verweist zudem auf geringere Lebensdauer.

Hauptanschlüsse wie geplant erneuern

Am Ende könne die gesamte Maßnahme sogar noch teurer werden, wenn sich herausstellt, dass diese Methode durch die vorhandenen Strukturen zu Komplikationen führt. Die Samtgemeinde bleibt dabei, dass auch bei erneuter Ausschreibung die Hausanschlüsse wie geplant erneuert werden. „Wir werden sowieso erst im Zuge der Bauausführung feststellen, wie sich die Situation konkret darstellt“, sagt Günther.

bab