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Beckedorf L370-Sanierung: „Das Fass läuft über“
Schaumburg Lindhorst Beckedorf L370-Sanierung: „Das Fass läuft über“
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13:41 20.07.2018
Die Beckedorfer L370 ist auf vielen Metern Länge mit größeren und kleineren Schäden überzogen – zum Leidwesen der Anwohner.
Die Beckedorfer L370 ist auf vielen Metern Länge mit größeren und kleineren Schäden überzogen – zum Leidwesen der Anwohner.  Quelle: tro
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Beckedorf

„Wir haben einen Punkt erreicht, an dem das Fass überläuft“, sagte SPD-Fraktionssprecher Bernd Gerberding.

Zwar sei die Gemeinde nicht für den Ausbau der Straße zuständig, doch seien Beckedorfer Bürger von dem Lärm, der durch das Überfahren der vielen Löcher entsteht, betroffen. „Irgendwann ist es genug.

Wir müssen unsere Bürger vertreten und werden ständig vertröstet.“ Er will keine Schuldzuweisungen treffen, aber es „ist wichtig, dass alle drei beteiligten Seiten zusammenkommen“, sprich: Gemeinde, Samtgemeinde und die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (LSV) in Hameln.

Hilflos und verschaukelt

CDU-Sprecher Jörg Windheim stimmte seinem Ratskollegen zu: „Man fühlt sich hilflos und verschaukelt. Ich werde das Gefühl nicht los, dass man uns als Bürger und Gemeinderat nicht ernst nimmt“, sagte er.

Statt sich über Kompetenzen im Baubereich zu streiten, müsse man ein klärendes Gespräch suchen. Er selbst sehe sich als Landwirt zunehmend persönlichen Anfeindungen ausgesetzt, wenn er mit schwerem und klapperndem Gerät über die lädierte Straße fahre.

Derzeit gebe es zwischen Samtgemeinde und LSV einen „Dissens“ darüber, wer die Bauleitung übernehme, erklärte Bürgermeister Dieter Wall. Die Landesbehörde sei für eine Teilung, da sie sich nur für das Auskoffern und die Gosse zuständig sehe, während die für die Hausanschlüsse verantwortliche Samtgemeinde die Zuständigkeit wiederum bei der Behörde in Hameln sehe.

Landesmittel sind bewilligt

Als Gemeindevertreter will Wall auf ein Gespräch mit allen beteiligten Seiten hinwirken. Gerberding schlug unter Zustimmung der übrigen Ratsherren vor, eine Bürgerversammlung zu veranstalten, wenn dies ohne Ergebnis bleibe.

Wall berichtete zudem: „Die Landesmittel für die L370-Sanierung sind bewilligt, allerdings muss per Sondervertrag vereinbart werden, dass die Mittel in das nächste Jahr übertragen werden können.“ Die ursprüngliche Kostenschätzung gehe von 800.000 Euro für die Gesamtmaßnahme aus. In diesem Jahr bleibe aber keine Zeit mehr für die Umsetzung, da man keine Winterbaustelle wolle.

Jahrelanges Warten

Bereits seit Jahren laufen die Diskussionen über die Sanierungsarbeiten. Ein Teilstück war bereits im vergangenen Jahr instandgesetzt worden, der weit aus größere Teil blieb unberührt. Bei Anwohnern sorgt die Straße bis heute für Ärger, da wegen der Löcher vor allem beim Durchfahren von Lastwagen und landwirtschaftlichen Fahrzeugen ein hoher Lärmpegel entsteht. tro