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Beckedorf Wetterhaus an der B 65 ist Geschichte
Schaumburg Lindhorst Beckedorf Wetterhaus an der B 65 ist Geschichte
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00:16 13.05.2017
Gunter Ludewig berichtet von seinen Erfahrungen im heimischen Bergbau. Quelle: kil
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BECKEDORF

Einen aktuellen Bezug stellte Ludewig ebenfalls her, denn ein Erinnerungsstück ist erst vor Kurzem entfernt worden. Die kleine Ruine am ehemaligen Wetterschacht, nördlich der B 65, ist vor einigen Wochen abgerissen worden. Der Wetterschacht ist nach Angaben von Ludewig gebaut worden, um den damaligen Schacht an der B 65 zu belüften – oder wie man es in der Bergmann-Sprache sagt, zu bewettern. Zum Glück hat der Leiter des Lindhorster Bergbaumuseums schon vor einigen Jahren ein paar alte Ziegel des Gebäudes – sogenannte Biberschwänze – retten können, die heute im Lindhorster Museum lagern.
Deutlich wurden in Ludewigs Vortrag die harten Arbeitsbedingungen: „Es war nicht immer ein Kinderspiel.“ Teils schufteten die Bergmänner in Schächten mit einer Höhe von nur 50 bis 60 Zentimetern. Da sei das beste nach einem anstrengenden Arbeitstag eindeutig die Dusche gewesen, schmunzelte Ludewig.

Viele Fakten erfahren

Neben den persönlichen Erlebnissen erfuhren die Zuhörer viele Fakten über den heimischen Bergbau. Zum Beispiel, dass aus 1000 Kilogramm Kohle 840 Kilo Koks in der Kokerei am Georgschacht in Stadthagen gewonnen wurden. Diese war über einen Schacht mit Beckedorf verbunden. Ludewig berichtete außerdem, dass 1873 der erste Schacht in Beckedorf gebaut wurde. Erst 1956 fertigten die Bergmänner dann einen Durchbruch vom Lüdersfelder Schacht nach Beckedorf an. Dieser diente allerdings nicht der Förderung sondern allein der Bewetterung. „Denn in Lüdersfeld war es muffig und der Schacht in Beckedorf war gut bewettert“, erinnert sich Ludewig.
2 Am 3. August lädt das Ratscafé zum Ausflug ein. Zunächst geht es zur alten Schachtanlage in Lüdersfeld, wo Ludewig die Führung übernimmt. Anschließend berichtet Manfred Winkler über die heutige Nutzung des Gebäudes durch die Firma Globo Trade Partner. Hinterher geht es ins Bergbaumuseum. Den Transport organisiert das Ratscafé. kil