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Heuerßen Dreiste Handwerker auf Tour
Schaumburg Lindhorst Heuerßen Dreiste Handwerker auf Tour
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19:32 06.08.2018
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HEUERSSEN.

Sogar Leistungen konnten die Handwerker einem Heuerßer aufs Auge drücken.

Die Polizei hatte allerdings gültige Papiere von den Arbeitern vorgelegt bekommen, weil diese eine Reisegewerbekarte mit sich führten, wie Beamte dem Stadthäger Kommissariat berichten. Der Pressesprecher der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, Axel Bergmann, warnt allerdings dringend davor, blauäugig auf die Angebote der reisenden Arbeiter einzugehen.

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Die Heuerßerin Jessica Rohde hatte am vergangenen Freitag beobachtet, wie fremde Männer ältere Leute aus ihrer Nachbarschaft „bedrängt haben“, obwohl diese laut und deutlich ablehnten, Leistungen von den Handwerkern in Anspruch zu nehmen. „Es kann nicht sein, dass hier ältere Leute bedrängt werden“, findet Rohde.

Die Arbeiter seien anschließend eine Straße weiter gezogen und haben dort tatsächlich einen Auftrag bekommen, wie die Polizei bestätigt. Für die Reinigung ihrer rund 25 Meter langen Mauer berappten die Auftraggeber demnach 400 Euro. „Kein Wucher“, wie die Polizei feststellen musste.

„Es gibt tatsächlich reisende Handwerker, die nicht strafbar handeln“, sagt Bergmann, schränkt aber ein: „Dennoch warne ich immer wieder davor, diese Angebote anzunehmen. Das sind häufig keine Fachleute und sie sind häufig überteuert.“ Zudem sollten die Auftraggeber auf die Gepflogenheiten bei solchen Haustürgeschäften achten.

So sollte man sich wenigstens ein schriftliches Angebot machen und auch eine Rechnung aushändigen lassen, die den formalen Ansprüchen entspricht. „Damit man Gewährleistungsansprüche geltend machen kann“, begründet Bergmann. Außerdem sei dies auch steuerlich relevant. „Und ich kann sicher sein, dass ich keine Schwarzarbeiter engagiert habe“, nennt der Pressesprecher einen weiteren wichtigen Grund. Denn im schlimmsten Falle macht sich der Auftraggeber deshalb sogar selbst strafbar.

Wer Handwerker benötige, solle sich an einen Schaumburger Betrieb wenden, den er kenne, meint Bergmann. So wisse der Auftraggeber nicht nur, an wen er sich bei Problemen wenden könne, sondern auch, dass der Betrieb Löhne und Steuern bezahle.  bab