Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Heuerßen Gegen Erhöhung der Gebühren
Schaumburg Lindhorst Heuerßen Gegen Erhöhung der Gebühren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:20 22.08.2018
Die Satzung des Heuerßer Kindergartens „Die kleinen Strolche“ soll aktualisiert werden. Quelle: tro
Heuerßen

„Wir sollten die Kosten nicht auf andere verlagern. Das wäre zutiefst ungerecht“, sagte Ulf Dönau (Grüne) mit Blick auf die Beitragsfreiheit für Kinder ab dem dritten Lebensjahr. Auch die weiteren Ausschussmitglieder sprachen sich gegen diesen „Trend“ aus: die Beschlussempfehlung fiel einstimmig.

Demnach soll künftig auch die Pauschale für Verpflegung und Bastelartikel in Höhe von fünf Euro festgeschrieben werden. Beiträge für besondere Veranstaltungen und Aktionen sollen weiterhin „nach Bedarf“ eingesammelt werden. Das Thema komme bei einem Elternabend am kommenden Donnerstag zur Sprache, kündigte Einrichtungsleiterin Andrea Müller an, ehe es Anfang September auf der Agenda des Gemeinderats steht. „Ich möchte, dass alles ganz klar geregelt ist“, begründete Müller die Satzungsüberarbeitung, auch hinsichtlich der Betriebserlaubnis.

Die Ausschussmitglieder diskutierten weitere Änderungen. Im Mittelpunkt stand dabei der Nachweis der Berufstätigkeit der Eltern. Diese sei nötig, um den Bedarf für die Sonderöffnungszeiten und Notgruppen aufzuschlüsseln, so die Leiterin – diese richten sich vornehmlich an die „nachweislich berufstätigen Eltern“. Die Mindestzahl an Kindern für diese Angebote soll zudem auf acht herabgesetzt werden.

Betreut werden sollen darüber hinaus Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren – nicht mehr bereits ab einem Jahr. Die Integrationsgruppe soll sich dagegen an Kinder zwischen drei und sechs Jahren richten. Bei noch nicht schulfähigen, zurückgestellten Kindern, die älter als sechs Jahre sind, wollen Einrichtungsleitung und Träger im Einzelfall entscheiden.

Müller nutzte die Gelegenheit, um auf einen oft missverstandenen Umstand hinzuweisen. Mitnichten hätten Eltern ein Recht auf eine acht Stunden lange, gebührenfreie Betreuung ihrer Kinder – es heiße bis zu acht Stunden, verpflichtend seien dagegen lediglich vier Stunden. „Mit einer Kernzeit von fünf Stunden liegen wir schon darüber“, so Müller. Dies werde allerdings mit einer recht dünnen Personaldecke gestemmt: Aktuell ist weiterhin eine Stelle ausgeschrieben, die bisher nicht erfolgreich besetzt werden konnte. „Das sorgt in der Elternschaft nicht gerade für Hurra-Rufe. Wir sind ratlos.“

Im Heuerßer Kindergarten werden aktuell 34 Kinder betreut. Für das Kindergartenjahr 2019/20 lägen derzeit 14 Anmeldungen vor, darunter zehn von „außerhalb“.Die Einrichtungen in Lindhorst, Beckedorf und Lüdersfeld sind ausgelastet. Die Situation werde sich aber in einigen Jahren entzerren, wenn der Kindergarten-Neubau in Lindhorst abgeschlossen sei, so Müller. tro