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Heuerßen Streit um zwei Enten in Heuerßen
Schaumburg Lindhorst Heuerßen Streit um zwei Enten in Heuerßen
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15:31 29.07.2019
Die beiden Enten haben jetzt ein Zuhause gefunden.  Quelle: Symbolbild, dpa
Heuerßen

Die Hauptrollen in diesem Drama besetzen zwei Enten, sie heißen Agent Bellamy und Colonel Hogan. Der Agent und der Colonel gehören Björn Emanuelsson. Er ist der kürzlich von Heuerßen nach Celle gezogen. So kann das Drama seinen Lauf nehmen.

1. Akt: Emanuelsson meldet den Agenten und den Colonel ordnungsgemäß in Heuerßen ab und in Celle an. Er will die Enten noch für ein paar Wochen in Heuerßen lassen. Alle zwei Tage versorgt er sie mit Wasser und Futter – so sagt er in der Rückschau.

2. Akt: Irgendjemand verpetzt Emanuelsson und dessen in Heuerßen hinterbliebenen Enten beim Amt für Veterinärwesen des Landkreises. Es habe „Hinweise aus der Nachbarschaft“ gegeben, dass Emanuelsson „mehrere Tage nicht mehr gesehen wurde“. Das Amt holt Bellamy und Hogan ab und bringt sie bei einem Landwirt unter. Gegenüber dieser Zeitung begründen die Vetereinäre das so: „Es war von zwei herrenlosen Tieren auszugehen, die vor Raubwild ungeschützt zurückgelassen wurden.“

3. Akt: Der Agent und der Colonel büxen ihren neuen Betreuern aus. Das Veterinäramt vermutet in einer Mail an Emanuelsson, dass sie sich zusammen mit Hühnern auf die Suche nach den „kühlsten Stellen“ gemacht haben. Das sei nur logisch, weil „die Enten Hühner kennen“. Man wolle sich melden, sobald die Enten „in Stallhaft genommen“ worden seien.
Am nächsten Tag mailt das Amt: „Die Enten halten sich weiter versteckt.“ Tags darauf: „Der helle Erpel ist zweimal in einem benachbarten Garten gesichtet“ worden, „konnte aber nicht gefangen werden“. Er, der Erpel, sei „schon wieder weg“ gewesen, als die Landwirte informiert worden seien.

4. Akt: Eine der Enten, die nach Ansicht des Veterinäramts „sehr zeitnah wieder eingefangen werden konnte“, setzt das Amt in einen Käfig, „um den Partner anzulocken“. Björn Emanuelsson wertet das in einer Mail an das Amt so: Das Amt habe „die Sorgfaltspflicht für die Tiere verletzt und nicht für eine geeignete Unterkunft gesorgt“. Enten seien Wasservögel, argumentiert er im Gespräch mit dieser Zeitung, die könne man nicht einfach so, ohne Zugang zu einer Wasserfläche, in einen Käfig sperren. Das Veterinäramt hält auf Anfrage dagegen: Die beiden Laufenten seien „tiergerecht untergebracht worden“.

5. Akt: Der „Partner“ wird eingefangen.

6. Akt: Björn Emanuelsson holt die beiden Tiere ab. Sie schnattern jetzt in Celle

von Arne Boecker