Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Lindhorst Dachstuhl wird mit neuen Holzbalken verstärkt
Schaumburg Lindhorst Lindhorst Dachstuhl wird mit neuen Holzbalken verstärkt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:35 22.08.2019
Die Lindhorster St.-Dionysius-Kirche ist eingerüstet, damit die Zimmerleute die neuen Balken von außen einsetzen können. Momentan gibt es dabei noch ein paar Hürden zu überwinden. Quelle: bab
Lindhorst

Eigentlich wollte der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Heinrich Stüber, der auch Baubeauftragter der Kirchengemeinde ist, am Donnerstag einen Einblick in die Zimmerarbeiten gewähren. Er hatte darauf gehofft, dass die 24 mal 24 Zentimeter dicken Balken durch das geöffnete Dach in ihre Position gebracht werden können.

„Jetzt haben wir Probleme, die Balken reinzukriegen“, sagte Stüber. „Wir müssen jetzt einen anderen Weg finden“, erklärte Diplom-Restauratorin Carla Leupold-Belter, die für Gewölbemalerei und Steinrestaurierung zuständig ist. Einer der Holzträger war am Donnerstag zwar schon unter Dach und Fach, kann aber im Inneren nicht an die entsprechende Position bugsiert werden.

Heinrich Stüber zeigt, dass unter dem Gebälk nicht viel Platz ist.

Wie Stüber und Leupold-Belter berichteten, seien die Fichtenholzbalken nicht dazu da, die alten Balken, teilweise aus dem beginnenden 16. Jahrhundert stammend, zu ersetzen, sondern dienten der zusätzlichen Stabilisation, da die Dachlast zu schwer für den romanischen Teil des Gotteshauses wurde. Dadurch haben sich die Mauern nach außen bewegt.

Dies wiederum habe zur Folge gehabt, dass die Verfüllung der romanischen Gewölbebögen herausbröckelte und teilweise gefährlich breite Risse aufgetreten seien. Auch kleine Haarrisse mussten verfüllt werden. „Dazu haben wir vorher den Mörtel analysiert und einen Mörtel entwickelt, der dem ähnlich ist“, sagte die Restauratorin. Dieses Gemisch sei dann in die Risse injiziert worden.

Damit sich aber das Gebäude nicht weiter verformt, wurden zunächst die Wände mit Querverbindungen aus Stahl verankert, die dauerhaft dafür sorgen sollen, dass die Wände nicht weiter auseinanderdriften. Um den Dachstuhl zu stabilisieren, müssen jetzt noch 14 Balken eingezogen werden. Die alten Dachsparren, auch die rund 500 Jahre alten, sind sogar alle noch in Ordnung.

Carla Leupold-Belter und Heinrich Stüber

Alles was erhalten werden könne, bleibe so wie es ist, meinte Leupold-Belter. Schließlich handele es sich um ein denkmalgeschütztes Objekt, sagte Stüber, der hofft, dass die Renovierung zur Weihnachtszeit soweit abgeschlossen ist, um das Kirchenschiff wieder zu benutzen. „Wir gehen davon aus, dass wir am 1. Advent wieder in der Kirche sind.“

Laut Stüber werden 300.000 bis 350.000 Euro in die Sanierung des Gotteshauses gesteckt. Jeweils 40.000 Euro hat die Gemeinde als Spende von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Wenger-Stiftung für Denkmalpflege bekommen. Vor zwei Jahren waren die Schäden in dem Gebäude aufgefallen. Im September 2018 wurde der romanische Teil des Gebäudes dann aus Sicherheitsgründen gesperrt. bab

Mehr zum Thema:

40.000 Euro für Sanierung der Lindhorster Kirche

Altes Schiff für 1,5 Jahre gesperrt