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Samtgemeinde Lindhorst Bürgerbusverein will mehr Spielraum
Schaumburg Lindhorst Samtgemeinde Lindhorst Bürgerbusverein will mehr Spielraum
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18:11 23.10.2018
Der Lindhorster Bürgerbus passt sich bisher den vorgegebenen Tarifen der SVG an.
Der Lindhorster Bürgerbus passt sich bisher den vorgegebenen Tarifen der SVG an. Quelle: bab
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Samtgemeinde Lindhorst

Wie Stefan Tölke berichtete, sei der Lindorster Bürgerbusverein in den Verband Pro-Bürgerbus Niedersachsen eingetreten. Durch die Zusammenarbeit habe er festgestellt, „dass wir zur Gründungszeit nicht immer optimal beraten wurden“. Die Schaumburger Verkehrsgesellschaft (SVG) habe dem Bürgerbusverein nicht alle Möglichkeiten aufgezeigt, die er gehabt hätte.

Die Zusammenarbeit mit der SVG laufe „nicht so erfreulich“, sagte Tölke, „unsere Probleme stoßen da auf taube Ohren“. Der Lindhorster Verein habe keinen Konsens über die Tarifgestaltung erzielen können. Die Geschäftsführer der SVG säßen nicht in Stadthagen und die dortigen Ansprechpartner würden ebenfalls keine „richtigen Informationen von der Geschäftsführung“ bekommen.

Der Ärger ist offenbar für den Bürgerbus Grund, sich im Falle des Falles anderwärtig zu orientieren „Wir wollten die Kooperation mit der SVG schon kündigen“, gab Tölke bei der Sitzung zu. Die SVG liegt zu 51 Prozent in der Hand des Gesellschafters Transdev und zu 49 Prozent bei der Regiobus Hannover. Nun deute sich an, dass sich zum Ende des Jahres in der Struktur und der Geschäftsführung der SVG etwas ändern werde, informierte der Vorsitzende die Mitglieder. Deshalb wolle der Verein zunächst diese Zäsur abwarten. „Ich verspreche mir eine bessere Kooperation im nächsten Jahr“, sagte er.

Tarifgestaltung wird hinterfragt

Auf Nachfrage dieser Zeitung erklärt Tölke, dass dem Bügerbus in der Tarifgestaltung keine Freiheit bekomme. „Wir müssen den gleichen Tarif nehmen, den die SVG hat“, sagt er. Ende 2016 habe der Lindhorster Bürgerbus auch die Tariferhöhung mitmachen müssen. „Es steht aber nirgends, dass es diese Regelung gibt.“

Tölke, der sich auch in das Personenbeförderungsgesetz eingelesen hat, berichtet von Vereinen, die nur einen Euro pro Fahrt nehmen und dass viele Möglichkeiten für die Trägervereine bestehen, die den Lindhorstern von der SVG nicht erläutert worden seien. Zudem gebe es in Schaumburg ohnehin keine einheitliche Tarifgestaltung. Tölke nennt als Beispiel die Stadt Rinteln, die offenbar als einzige Kommune eine Tarifzone 1 ausweist. „Den Tarif darf angeblich kein anderer anwenden. Aber wieso können wir das in der Samtgemeinde Lindhorst nicht?“, fragt er sich.

Außerdem bringen die uneinheitlichen Tarifzonen und Preisstufen im Landkreis für den Bürgerbus einen hohen bürokratischen Aufwand mit sich, wenn jemand unterschiedliche Linien und Zonen nutzen wolle, um beispielsweise nach Bückeburg zu kommen.

Fragen bis heute nicht beantwortet

Auch habe der Vorstand der SVG im Frühjahr 2017 einige Fragen zum Linienverkehr gestellt, „die bis heute nicht beantwortet sind“. Die Kommunikation lasse ebenfalls zu wünschen übrig, wenn es um Baustellen gehe. Eigentlich sollte die SVG rechtzeitig Sperrungen und Behinderungen an die Lindhorster weitergeben. Stattdessen erfahre der Verein erst aus der Zeitung oder durch Zufall davon, dass er seine Linienführung ändern müsse.

Was die Fahrtziele des Lindhorster Bürgerbusses angeht, ist Tölke zwar sicher, dass es mehr Spielraum geben könnte, andere Kommunen sollen aber derzeit nicht angesteuert werden. Nach Stadthagen bestehe über Busse und Bahn eine gute Verbindung. Und durch den Übergabepunkt in Riepen hatte der Verein die Verbindung zu Bad Nenndorf schon erreicht.  bab

Fahrzeug nicht die beste Lösung

Der Bürgerbusverein hätte nach Meinung des Vorsitzenden Stefan Tölke ebenfalls beim Kauf des Fahrzeugs besser beraten sein können. Der Mercedes Sprinter, den der Verein direkt bei Daimler Benz gekauft hatte, sei in seiner Ausstattung nicht unbedingt auf die Personenbeförderung zugeschnitten. „Es hätte bessere Lösungen gegeben“, sagt der Vorsitzende, „wir hätten zu einem Busausstatter gehen müssen.“ Als Beispiel für ein Manko nennt er die elektronische Tür, die immer wieder Probleme bereite, wenn viel Schmutzwasser an das Chassis spritzt. Die Fahrer müssten dann oft aussteigen und diese manuell betätigen. Eine pneumatische Variante wäre da beispielsweise die bessere Alternative gewesen, so Tölke.