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Samtgemeinde Lindhorst Christdemokraten sehen keine Versäumnisse bei Auswahl ihrer Kandidaten
Schaumburg Lindhorst Samtgemeinde Lindhorst Christdemokraten sehen keine Versäumnisse bei Auswahl ihrer Kandidaten
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22:01 27.05.2019
Verwaltungsexpertin Svenja Edler schafft als erste Frau in Schaumburg den Sprung auf den Posten einer Hauptverwaltungsbeamtin. Quelle: göt
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Lindhorst/Sachsenhagen

Als „enttäuschend“ hat der Lindhorster CDU-Samtgemeindeverband den Ausgang der Bürgermeisterwahl bewertet. Die Christdemokraten hatten die Kandidatin von Bündnis 90/Grüne, Stefanie Sonnekalb-Unruh, unterstützt, die mit 21,1 Prozent auf dem letzten Platz hinter Matthias Hinse (Die Linke) und der parteilosen Svenja Edler landete, die für die SPD angetreten war. Sowohl Grüne als auch Christdemokraten hatten sich dabei ein besseres Ergebnis erhofft. Die „fachliche Kompetenz“ habe aber gesiegt, sagt Burkhard Pieper, Vorsitzender des CDU-Samtgemeindeverbandes.

Versäumnisse in der Unterstützung der Grünen-Kandidatin sieht Pieper hingegen nicht. „Wir hatten tatsächlich gedacht, dass CDU und Grüne die SPD-Mehrheit brechen können“, sagt er. „Da hat uns eine qualifizierte Person einen Strich durch die Rechnung gemacht“, lautet seine Erklärung. Das Miteinander der beiden Parteien sei davon auch nicht beeinflusst. „Wir bleiben mit den Grünen beieinander, weil das gut funktioniert“, kündigt er an, bei den Kommunalwahlen 2021 wieder gemeinsam mit den Grünen auf Stimmenfang gehen zu wollen, „weil wir viele Schnittmengen haben“.

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Ähnlich wie Pieper analysiert auch der Kreis-Vorsitzende Drewes die Situation in Lindhorst: „Die Verwaltungserfahrung war das große Plus, das Svenja Edler in die Waagschale werfen konnte.“ In Anbetracht dessen sei es Sonnekalb-Unruh – trotz großen Engagements – nicht gelungen, die Menschen zu überzeugen. Die CDU habe hinsichtlich ihrer Unterstützung „gemacht, was sie konnte“. Hätte er vorher einen Tipp abgeben müssen, so Drewes, wäre er von einem positiveren Ergebnis ausgegangen. Den Erfolg von Hinse führte Drewes dagegen auf dessen jahrelange, große Aktivität in der Kommunalpolitik zurück.

Bekanntheitsgrad gibt Ausschlag

In der Samtgemeinde Sachsenhagen stelle sich die Situation dagegen anders dar: „Hier haben wir zwei Verwaltungsexperten erlebt, zwischen denen sich die Bürger entscheiden mussten“, sagt Drewes. Daher sei es vor allem der deutlich größere Bekanntheitsgrad Wedemeiers in der gesamten Samtgemeinde gewesen, der den Ausschlag gegeben habe: Herausforderer Jörg Zschetzsche, der insgesamt 38,73 Prozent der Stimmen erhielt, sei außerhalb Hagenburgs nicht so bekannt. „Durch Plakate und den Wahlkampf konnten wir das nicht sehr verstärken“, so Drewes.

Die Tatsache, dass die CDU bei den vergangenen Wahlen in Schaumburg – erst des Landrates, jetzt der Samtgemeindebürgermeister – einzig in Sachsenhagen einen eigenen Kandidaten stellte, führte Drewes auf verschiedene Gründe zurück. „Du musst jemanden haben, der sagt: Ich wage den Schritt, ich versuche das“, sagt Drewes. Es sei eine Herausforderung, Berufliches, Familiäres und zusätzlich einen zeitintensiven Wahlkampf unter einen Hut zu bringen.

Dabei spiele auch die Umstellung von Zwei- auf Eingleisigkeit eine Rolle: „Früher hatten wir da ein sehr gutes Verfahren“, jetzt habe man nur noch fünf Jahre Zeit, sich zu positionieren, und stehe dann schon wieder vor einem Fragezeichen. „Je kürzer die Amtszeiten werden, desto mehr geht es in die Richtung, dass Verwaltungsexperten gefragt sind.“ Zudem sei es hilfreich, bereits aus dem Beamtentum zu kommen.

Hinzu komme, dass die politische Zusammenarbeit – zum Beispiel mit Blick auf den Kreis und Landrat Jörg Farr – häufig gut laufe. Da müsse man sich die Frage stellen: „Macht es dann Sinn, einen Gegenkandidaten aufzustellen?“ bab, tro