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Samtgemeinde Lindhorst Hinse stellt sich zur Wahl
Schaumburg Lindhorst Samtgemeinde Lindhorst Hinse stellt sich zur Wahl
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00:21 24.01.2019
Matthias Hinse will Samtgemeindebürgermeister in Lindhorst werden. Quelle: pr
Samtgemeinde Lindhorst

Bei der Wahl will der 46-jährige Lindhorster gegen die Kandidatin und Verwaltungsfachwirtin Svenja Edler aus Bückeburg (nominiert von der SPD) sowie die Lindhorster Grünen-Ratsfrau Stefanie Sonnekalb-Unruh (nominiert von Bündnis 90/Die Grünen und CDU) antreten. Dies ist bereits der zweite Anlauf Hinses, der 2011 schon als Grüner gegen den heutigen Amtsinhaber Andreas Günther und den weiteren Kandidaten Klaus Illmer angetreten war und knapp 20 Prozent der Stimmen bekam.

„Wir haben lauter Verwaltungsfachleute im Rathaus sitzen, da tut es vielleicht gut, wenn Leute von außen da mal draufgucken“, sagt Hinse mit Blick auf die Kritik, die Lindhorsts Bürgermeister Hans-Otto Blume bei dem SPD-Neujahrsempfang äußerte. Dieser hatte davor gewarnt, die Verwaltungsleitung einem Laien zu übertragen. Aber genau dies habe das Land Niedersachsen mit der Einführung der Eingleisigkeit 1996 im Hinterkopf gehabt, meint Hinse. „Wollen wir jemanden, der Entscheidungen für die Verwaltung trifft, oder für die Bürger?“, fragt der neue Kandidat. Eines sei ihm jedenfalls bei der Diskussion um die Straßenausbaubeitragssatzung klar geworden: „Ich kann nicht mehr sehen, wenn die Leute der Verwaltung zuarbeiten und nichts mehr für die Bürger machen.“ Soll heißen: Es werde gespart und mit Geld jongliert, weil die laufenden Kosten für den Kindergarten samt geplantem Neubau die kommunalen Finanzen überforderten, wenn die Einwohner allerdings zur Kasse gebeten werden sollen, frage niemand: „Können sich die Bürger das eigentlich leisten?“ Dass Lindhorsts Bürgermeister ihn wegen dieses Themas beim Neujahrsempfang persönlich angriff (wir berichteten), verbucht Hinse, der selbst nicht teilgenommen hatte, als Wahlkampf.

Einsatz für energetische Sanierung

Darüber hinaus sind die Themenfelder, auf die sich seine Konkurrentinnen konzentrieren wollen für Hinse „eine Selbstverständlichkeit“. Dass beispielsweise die Schulen und das Feuerwehrwesen weiterentwickelt werden müssten und andere Bereiche in der Zuständigkeit der Samtgemeinde zur Gesamtverantwortung gehören, stehe außer Frage. Es sei heute vergessen, dass er es gewesen sei, der die Mehrheit dafür zusammenbekommen habe, in die energetische Sanierung der Kläranlage einzusteigen, wendet er ein.

Hinse glaubt zudem, dass seine Arbeit im VW-Betriebsrat im Stammwerk „Nutzfahrzeuge“ Stöcken, der immerhin 16.000 Beschäftigte vertrete, eine hinreichende Voraussetzung für den Posten im Rathaus ist. „Es ist mein tägliches Geschäft, mich mit den Menschen auseinanderzusetzen.“ – Auch gegenüber der Firmenverwaltung.

Der Ratsherr, der in Auhagen aufwuchs und mit 17 Jahren Lindhorster wurde, will durch seine politische Erfahrung punkten. „Der Rat kennt mich, ich kenne den Rat.“ Er glaubt, auch ohne unterstützende Fraktion im Rücken eine gute Chance zu haben, als Verwaltungschef seine Vorstellungen umsetzen zu können. Hinse, der ledig, „aber in festen Händen“ ist, ist Vater von vier erwachsenen Kindern. Zudem kümmert er sich auch im Verein „Wir für soziale Gerechtigkeit“ um die Bedürfnisse und Belange von sozial benachteiligten Kindern und Familien. bab