Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Samtgemeinde Lindhorst Noch kein Neubau: Zweifel am Umzug des Lindhorster Bauhofs
Schaumburg Lindhorst Samtgemeinde Lindhorst Noch kein Neubau: Zweifel am Umzug des Lindhorster Bauhofs
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:36 30.08.2019
Die Zentrale des Baubetriebshofs liegt hinter dem Feuerwehrhaus in Lindhorst. Material ist außerdem noch an unterschiedlichen Standorten verteilt. Der Umzug an einen anderen Standort ist jetzt erstmal vertagt. Quelle: bab
Samtgemeinde Lindhorst

Bei der jüngsten Ratssitzung konnten sich aber lediglich sechs von 18 anwesenden Ratsmitgliedern nach langer Diskussion für den Vorschlag der Verwaltung erwärmen. Vor allem, dass die Samtgemeinde 90.000 Euro ausgeben müsste, um den benachbarten und privat betriebenen Junghennenaufzuchtstall mit einer neuen Abluftanlage auszustatten, gefiel den Politikern nicht. Laut Geruchsgutachten ist dies erforderlich, der Betreiber hat allerdings Bestandsschutz und würde die Anlage nicht finanzieren.

Bayer: "Noch mal ins sich gehen"

„Was ist mit den Wartungsarbeiten, oder wenn etwas kaputt ist, geht das auch zu unseren Lasten?“, fragte Cerstin Bayer (parteilos). Sie fürchtet sogar, die Samtgemeinde könne es bei Eingriffen in das alte Gebäude mit Asbest zu tun bekommen. Zudem sei die Anfahrt ihrer Meinung nach für größere Fahrzeuge gar nicht geeignet und beim Winterdienst müssten die Mitarbeiter „erst mal dahin kommen“. „Für 90.000 Euro kann ich auch ein Grundstück kaufen, das näher liegt. Da sollte man noch mal in sich gehen“, riet Bayer.

Windheim: "Hühnerstall ist der Haken"

Jörg Windheim (CDU) sieht das ähnlich. Der Stall sei zudem 40 Jahre alt, da seien Asbestvorkommen wahrscheinlich. Es müsse außerdem eine rechtliche Absicherung geben, dass die Samtgemeinde nicht für fehlerhafte Technik in der Hühneraufzucht aufkommen müsste. Er regte an, zu prüfen, ob die Fläche nicht gegen einen besseren Standort getauscht werden könne. „Der Hühnerstall ist wirklich der Haken“, meinte Windheim.

Kosten schrecken CDU, Grüne und Linke ab

Auch Dieter Wall (SPD), der zugab, im Samtgemeindeausschuss für das Projekt gestimmt zu haben, beschlichen Zweifel. „Ich bin heute, wo ich die Argumente gehört habe, unschlüssig“, kündigte er an, sich der Stimme zu enthalten. „Wir werden auch nicht zustimmen“, sagte Ulf Dönau, Sprecher der Grünen. Bedenken bestehen nicht nur wegen der 90.000-Euro-Investition in die Hühnerfarm, auch die Gesamtsumme von rund 1,2 Millionen Euro Baukosten schreckt die Fraktion ab, ebenso wie Matthias Hinse (Die Linke). Damit hat auch der Fraktionsvorsitzende der CDU, Sven Unruh, Probleme. „Wir haben noch diverse andere Projekte“, sprach er Ausgaben für Kanalsanierungen und Feuerwehrgerätehäuser an. „Ich möchte auch das Provisorium beenden, aber nicht jetzt.“

Zentralisierung ja - aber nicht um jeden Preis

Die meisten Ratsmitglieder sind im Prinzip für die Zentralisierung, aber nicht unter den Umständen. Die Verwaltung soll jetzt prüfen, inwieweit ein städtebaulicher Vertrag absichern kann, dass für die Abluftanlage keine weiteren Verbindlichkeiten entstünden. Auch den anderen Hinweisen der Politiker soll nun nachgegangen werden. bab

Weiterlesen:

Zentraler Bauhof der Samtgemeinde Lindhorst kostet eine Million