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Samtgemeinde Lindhorst Sonnekalb-Unruh im Porträt
Schaumburg Lindhorst Samtgemeinde Lindhorst Sonnekalb-Unruh im Porträt
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17:30 10.05.2019
Stefanie Sonnekalb-Unruh setzt vor allem auf gedeihliche Kommunikation mit den Bürgern und den Vertretungen der Mitgliedskommunen. Quelle: bab
Samtgemeinde Lindhorst

Mit Hundegebell werden die Besucher von Stefanie Sonnekalb-Unruh begrüßt, denn der „Labradudel“, eine Mischung aus Pudel und Labrador ist seit eineinhalb Jahren Mitglied im Haus der fünfköpfigen Familie.

Drei Kinder im Alter von zwölf bis 14 Jahren halten die gelernte Bankkauffrau und ihren Mann Sven Unruh außerdem auf Trab, die beide in der Kommunalpolitik als Ratsmitglieder ehrenamtlich tätig sind. Nun will Stefanie Sonnekalb-Unruh den Sprung in die Verwaltung schaffen und Samtgemeindebürgermeister Andreas Günther beerben.

Die Entscheidung, am 26. Mai bei der Wahl anzutreten, sei ein „schleichender Prozess“ gewesen. Als sie gehört habe, dass Günther nicht mehr antritt, habe sie sich aber Gedanken darüber gemacht. „Ich bin auch darauf angesprochen worden.“ Nachdem sie auch aus der Familie dafür grünes Licht bekam, hat sie sich zur Kandidatur entschlossen. Die Bedeutung von Familie und Freundeskreis ist an den vielen Fotos abzulesen, die überall in ihrem Haus die Phasen der Familie dokumentieren. „Ich bin hier schon sehr verwurzelt“, sagt sie.

Immer was los

Sonnekalb-Unruh hat Kaffee gekocht und Erdbeerkuchen gebacken, nicht nur für den Besuch der Lokalzeitung, auch für ihre Kinder, die sportlich und viel auf Achse sind und gerne Kuchen mögen. Ihre Tochter und die beiden Zwillingsjungs sorgen mit ihren Freunden dafür, dass im Einfamilienhaus am Wolliner Weg „immer was los ist“.

Die gelernte Sparkassenfachwirtin und ihr Ehemann leben selbst schon seit Jugend- und Kindertagen in Lindhorst. „Ich engagiere mich gerne hier“, sagt die 44-Jährige, „hier ist ja mein Lebensmittelpunkt“. Doch deswegen sei sie noch lange nicht auf Lindhorst zentriert. Sonnekalb-Unruh, die sich selbst wie alle Duzfreunde „Steffi“ nennt, ist der Zusammenhalt der Kommunen der Samtgemeinden wichtig und dieser kann nach ihrer Meinung „unbedingt noch verbessert werden“. „Wir alle zusammen sind doch die Samtgemeinde.“

„Ich glaube, dass ich gut mit den Menschen im Gespräch bin“, sagt sie. Mit ihrem Haus-zu-Haus-Wahlkampf hat die Lindhorsterin auch in den Dörfern drumherum gute Erfahrungen gemacht. „Die Menschen waren alle total offen und nett“. Von vielen sei die Rückmeldung gekommen, es sei gut, dass „eine von uns“ kandidiere.

Jugendbeirat durchgesetzt

„Gute Kommunikation und ein offen und ehrlicher Umgang miteinander“ ist für die 44-Jährige grundlegend beim Umgang mit Bürgern und den Mitgliedsgemeinden. Dass sich über den Seniorenbeirat auch die ältere Generation in die Samtgemeindepolitik einbringt, ist für Sonnekalb-Unruh unbedingt weiter zu unterstützen – wie jegliches Ehrenamt. Sie ist froh, dass demnächst endlich auch die Jugend eine stärkere Stimme über den Jugendbeirat bekommt. „Ich finde das eine tolle Sache, dass wir das durchgekriegt haben“, erinnert sie an den entsprechenden Antrag ihrer Fraktion.

Wenn sie sich nicht um Beruf, Familie und Politik kümmert, tanzt und feiert die dreifache Mutter gerne mit Freunden. Sowohl in Lindhorst bei Festen der Vereine als auch andernorts wie in Wendthagen, wo sie einen Tanzkursus absolviert. Geschick zu kniffeligen Hobbys wie Handarbeiten habe sie nicht. „Ich bin eher der Typ Laubsäge.“

Wofür sie sich einsetzen will, hat die Kandidatin, die Mitglied der Grünen ist und auch für die CDU der Samtgemeinde antritt, in ihrem Faltblatt zusammengefasst. Als Grüne stehen ökologische Themen wie energetische Sanierung von öffentlichen Liegenschaften und klimafreundliche Projekte oben auf ihrer Liste. „Eigentlich ist die Infrastruktur hier sehr gut“, sagt sie zum Zustand der Samtgemeinde. Doch es fehlten Baugebiete. In erster Linie sieht sie sich aber als Vertreterin der Bürger. „Jeder tritt ja mit anderen Aspekten an, aber mir sind die Leute wichtig, die hier wohnen“, sagt sie.

Sonnekalb-Unruh, die in Teilzeit in der Verwaltung der Bernd-Blindow-Schulen in Bückeburg tätig ist, traut sich den Hauptverwaltungsposten im Lindhorster Rathaus ohne Frage zu. Auch wenn sie einräumt, noch Bedarf an Weiterbildung zu haben und Seminare und Schulungen besuchen möchte. Der Gesetzgeber – in diesem Fall das Land Niedersachsen – habe ja die Möglichkeiten nicht ohne Grund dafür geschaffen, dass sich auch Verwaltungsfremde auf das Amt bewerben. „Ich glaube schon, dass es mit Bedacht gewählt wurde, dass jeder das Amt übernehmen kann“, sagt sie. Sicherlich fiele es einem Verwaltungs-Insider leichter, aber durch gute Kommunikation mit den Fachbereichen im Rathaus dürfe es gelingen, die Materie zu beherrschen.

Von Babette Jakobs