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Samtgemeinde Lindhorst Tonne verpasst Einzug in den Landtag
Schaumburg Lindhorst Samtgemeinde Lindhorst Tonne verpasst Einzug in den Landtag
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00:05 15.10.2017
Karsten Heineking (CDU) feiert in den Armen seiner Frau Mergret. Quelle: Büsching
LINDHORST/NIENSTÄDT/NIEDERNWÖHREN

Zwar konnte der CDU-Kandidat Karsten Heineking den Wahlkreis wieder für sich gewinnen, diesmal war der Abstand zu seinem Kontrahenten Grant Hendrik Tonne (SPD) jedoch wesentlich geringer. Der schafft es trotzdem nicht in den Landtag.

Heineking konnte 45,4 Prozent der Wähler überzeugen, sein SPD-Kontrahent 43,1 Prozent. Damit hat Tonne etwa 4,5 Prozent mehr Stimmen als bei der Wahl 2013 erreicht, während Heineking 2,5 Prozent seiner Wähler verloren hat. Auffällig: Die Schaumburger machten ihr Kreuz vermehrt beim SPD-Kandidaten, in Nienburg ist Heineking stärker.

Tonne, der für die Sozialdemokraten auf der Landesliste an neunter Stelle steht, musste trotz gutem Ergebnis bis in die Nacht zittern – erst kurz vor Mitternacht stand fest: Der Sozialdemokrat schafft es nicht in den Landtag. „Wir haben so viele Direktmandate errungen, dass niemand über die Liste einzieht“, erklärte der Sozialdemokrat. Nach den Zweitstimmen hätte die SPD Anspruch auf 54 Sitze im Parlament, sie hat aber 55 Direktmandate gewonnen. Tonne steht auf Platz 2 der Nachrückerliste in Niedersachsen und könnte es eventuell noch auf diesem Weg schaffen. Er war knapp zehn Jahre Landtagsabgeordneter.

Bei aller Enttäuschung freut sich Tonne dennoch über den Stimmengewinn. Der Vorsprung von Heineking habe 2008 10000 Stimmen betragen, jetzt seien es rund 1000 Stimmen, die der CDU-Konkurrent in Front liegt. „Das ist eine ganz ordentliche Aufholjagd“, sagt er. „Das ehrt mich sehr und ist für mich auch eine Bestätigung dafür, kontinuierlich im Wahlkreis präsent zu sein und sich zu kümmern.“ Dass die AfD den Einzug in den Landtag knapp geschafft hat, bedauert Tonne. Auf der anderen Seite sei er erfreut, dass deren Stimmenanteil erheblich eingebrochen ist im Vergleich zur Bundestagswahl.

Heineking ist erleichtert, als das Ergebnis feststeht. Dass es eng werden könnte, damit hatte der CDU-Kandidat gerechnet. Schließlich hätten die Umfragen schon vorhergesagt, dass auch die Union mit Verlusten rechnen muss. Zudem, sagt Heineking, habe es diesmal keinen Direktkandidaten der Grünen im Wahlkreis 39 gegeben. Dass die Wähler zu jemand anderem gehen würden – und eben nicht zu ihm –, sei ihm klar gewesen. Insgesamt seien die Ergebnisse der CDU „kein Grund zum Feiern“, aber das eine oder andere Bier wollte er auf seinen Einzug in den Landtag dennoch trinken.

Direktkandidat Torben Franz aus Nienburg hat vier Prozent bekommen. „Es tut ein bisschen weh“, dass Die Linke den Einzug um ein paar Punkte hinter dem Komma knapp verpasst hat, findet der Nienburger. Der 23-Jährige hätte sich gefreut, wenn die Partei in den Landtag eingezogen wäre. Vor allem, weil das niedersächsische Ergebnis für Die Linke zur Bundestagswahl noch flächendeckend über fünf Prozent gelegen habe.

Bei den Zweitstimmen ist das Ergebnis im Wahlkreis 39 noch knapper. Die CDU verliert zwei Prozent und liegt mit 38,1 Prozent nicht mal ein Prozent vor der SPD, die 37,3 Prozent erreicht. Bis zum Schluss war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Die kleinen Parteien verlieren: Die Grüne landen bei 7,1 Prozent, FDP 7,2 Prozent, Die Linke 2,9 Prozent, AfD 5,5 Prozent. bab, kil