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Bad Nenndorf Ausschuss gibt grünes Licht für Neue Schule Bad Nenndorf
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Ausschuss gibt grünes Licht für Neue Schule Bad Nenndorf
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17:54 27.06.2019
Im hinteren Teil des ehemaligen Kleinen Gymnasiums in Bad Nenndorf will sich die Freie Schule einrichten.
Im hinteren Teil des ehemaligen Kleinen Gymnasiums in Bad Nenndorf will sich die Freie Schule einrichten. Quelle: gus
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Bad Nenndorf

Nach dem der Bauausschuss sich schon indirekt für die Ansiedlung der Neuen Schule Bad Nenndorf im Rahmen eines Bildungscampus ausgesprochen hatte, hat nun auch der Schulausschuss der Samtgemeinde grünes Licht gegeben. Das Gebäude ist erst jüngst vom Landkreis auf die Kommune über gegangen.

Zunächst bedankten sich beide für die Gastfreundlichkeit. Das Gefühl, in Bad Nenndorf willkommen zu sein, sei der große ausschlaggebende Punkt für die geplante Ansiedlung gewesen. In Wunstorf hätte die Initiative „mehr oder weniger das Gefühl gehabt, nicht erwünscht zu sein“, sagte Scholten.

Neue Schule ist Bereicherung statt Konkurrenz

Stadtdirektor Mike Schmidt betonte, dass der Erstkontakt am 20. Mai erfolgte. Aus Sicht der Verwaltung sei klar gewesen, dass nicht über ein Konkurrenzangebot nachgedacht wird, sondern dass die Schullandschaft bereichert werden könnte. Für die „moderne, offene und wachsende Stadt ist das die richtige Richtung“, sagte Schmidt. Die anderen Schulleiter hätten sich zwar mehr Zeit gewünscht, dennoch habe es keine Scheu gegeben. Auch gemeinsame Projekte wurden ins Auge gefasst.

Politiker fragen Vertretern Löcher in die Bäuche

Den ersten Fragenhagel ließ Imke Hennemann-Kreikenbohm (Grüne) auf die Vertreter der Neuen Schule niedergehen. Sie erkundigte sich beispielsweise, ob die Lehrer nach Tarif bezahlt werden. „Ja, das finden wir sehr wichtig“, antwortete Ruijsendaal. Auch wann die Einrichtung mit der Anerkennung als Ersatzschule rechnen kann, wollte die Grünen-Politikerin wissen. Die Bedingung dafür sei ein Gebäude, so Ruijsendaal. Die Anerkennung sei ein Prozess, der wohl noch einige Monate dauern wird.

Zudem erkundigte sie sich, inwiefern die im Konzept aufgeführte „kosmische Energie“ pädagogisch integriert werden soll. Sie betonte in dem Zusammenhang, dass auch die Grünen aufgeschlossen für solche neuen Lernmethoden seien. Als Beispiel nannte Scholten die Gartenarbeit. Auch sei von einem Pferdehof Tierpädagogik angeboten worden.

CDU begrüßt Erweiterung der Bildungslandschaft

„Wenn es die richtige Pädagogik gebe, würden das ja alle machen“, sagte Tatjana-Maria Großer (CDU). Dass sich die Bildungslandschaft erweitert, sei zu begrüßen. Sie erkundigte sich, wie sich die Elternbeiträge bemessen. Scholten erläuterte, dass sich diese bis zu einer Höchstgrenze nach dem Einkommen der Eltern richten.

Auch Heike Beiersdorfer (WGN) sah keine Konkurrenz gegenüber den bestehenden Schulangeboten. „Man muss das Konzept fühlen, lieben und überzeugt davon sein“, sagte sie. Die Ratsfrau erkundigte sich nach der Schülerkapazität. Starten will die Neue Schule mit etwa 40 Kindern. „Die Grenze nach oben ist die räumliche Grenze“, erklärte Ruijsendaal. Die Schüleranzahl solle aber überschaubar bleiben.

Noch mehr Eltern-Taxis als ohnehin schon befürchtet

Dennis Grages (SPD) befürchtete, dass die 40 Schüler mit Autos gebracht werden könnten, insbesondere, weil die Kinder aus einem großen Radius kommen. Die Situation ist dort ohnehin oft chaotisch. Die Eltern seien kreativ, zu Beginn werde es also sicherlich Fahrgemeinschaften geben, erklärten die Initiatoren. Das Thema Schülerbeförderung sei aber noch nicht abschließend ausgearbeitet.

Zuhörer kritisiert die zahlreichen Fragen

„Das klingt wie ein Verhör hier, ist aber gar nicht so gemeint – das ist Interesse“, betonte Ingo Knieper (SPD), bevor auch er seine Fragen an die Schulvertreter richtete. Einen Zuhörer störten die Fragen dennoch. Er forderte, dass auch den anwesenden Leiterinnen der Grundschulen die selben kritischen Fragen gestellt werden.

Schmidt entgegnete, dass er keinesfalls den Eindruck habe, dass die Politiker dem Vorhaben kritisch gegenüber stünden. Die Diskussion resultierte aus Interesse. „Nur durch dieses Frage-und-Antwort-Spiel konnten wir Sie kennenlernen“, befand auch Ausschussvorsitzende Katrin Hösl (SPD). Von Andrea Göttling