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Bad Nenndorf Ausbau in weiter Ferne: A2 bei Bad Nenndorf bleibt sechsspurig
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Ausbau in weiter Ferne: A2 bei Bad Nenndorf bleibt sechsspurig
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16:24 05.07.2019
Vom Ruhrgebiet bis hinter Magdeburg erstreckt sich die A 2. In ebenso weiter Ferne scheint der Ausbau auf acht Fahrstreifen im Bereich Schaumburg zu liegen. Quelle: Lennart Hecht
Bad Nenndorf

Unfälle auf der Autobahn 2 und die damit oftmals einhergehenden Staus – gerade jetzt, wenn zu Beginn der Sommerferien noch mehr Verkehr ist – sind eine Belastung für Anrainerkommunen.

Darum ist vorerst nicht mit Ausbau auf acht Spuren zu rechnen

Oftmals wird dadurch der Verkehr im Umland lahmgelegt, weshalb immer wieder die Frage nach Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation laut wird. Ein Ausbau der A2 auf acht Spuren wird in den kommenden Jahrzehnten aber keine Abhilfe schaffen.

Die letzten A2-Unfälle

27. Mai: Laster mit Gemüse verunglückt: Staus auf A2 und Nebenstrecken

29. Mai: Verkehrschaos nach tödlichem Unfall mit vier Lkw

Zwar befindet sich auch der A2-Abschnitt ab Bad Nenndorf bis Hannover im Bundesverkehrswegeplan 2030, allerdings im sogenannten Weiteren Bedarf.

„In die Dringlichkeitskategorie Weiterer Bedarf wurden Vorhaben eingestuft, denen ein grundsätzlicher verkehrlicher Bedarf zugeschrieben wird, deren Investitionsvolumen jedoch den voraussichtlich bis 2030 zur Verfügung stehenden Finanzrahmen überschreitet“, erklärt die Pressestelle des Ministeriums. Und weiter: „Mit der Ausbauplanung wurde daher noch nicht begonnen.“

17,2 staugefährdete Kilometer sollen Geschichte sein

Wenn es dann irgendwann soweit ist – einen Termin zum Einstieg in die Planungsphase geschweige denn zur Umsetzung nannte das Ministerium nicht – soll die Staugefährdung auf der Gesamtstrecke erheblich reduziert werden. Vor der Aufstellung des Planes ist die Auslastung der A 2 in Niedersachsen hinsichtlich des prognostizierten Verkehrsaufkommens untersucht worden.

„Als staugefährdet wurden dabei diejenigen Teilabschnitte definiert, in denen die Verkehrsnachfrage an mehr als 50 Stunden im Jahr die Kapazität des Autobahnabschnitts übersteigt, das heißt, die Verkehrsteilnehmer rechnerisch mehr als 50 Stunden im Jahr im Stau stehen“, erklärt die Pressestelle.

Staugefährdet ist die A 2 auf einer Länge von 17,2 Kilometern. Nach Umsetzung der Maßnahmen, sowohl der vordringlichen als auch der nachgeordneten, soll dies vollständig beseitigt sein.

Von sechs auf zehn Spuren? Auf der A2 ist das erstmal keine Option

Einige werden sich vielleicht erinnern: Kurz vor der Jahrtausendwende ist die A 2 von damals zwei Spuren auf das heutige Maß erweitert worden. Schon wenige Jahre später hatten Beobachter den Eindruck, dass sich auf der anfänglich noch sehr groß wirkenden Straße mit zunehmendem Verkehr wieder Platzprobleme einstellten.

Doch ein Ausbau auf zehn statt acht Spuren, beispielsweise rund um den Ballungsraum Hannover, ist vorerst ausgeschlossen. „Ein zehnstreifiger Ausbau der A 2 ist nicht vorgesehen, da dieser zum einen auf der Grundlage der vorhandenen und prognostizierten Verkehrsstärken nicht erforderlich ist und zum anderen hierfür die gesetzliche Grundlage fehlt“, teilte das Ministerium mit.

So werden Anwohner der Autobahn bisher entlastet

Angesprochen auf andere Möglichkeiten beziehungsweise mittelfristige Lösungen zur Entlastung der Autobahn-Anrainer weist das Ministerium zunächst auf die Streckenbeeinflussungsanlage hin, die bereits auf ganzer Länge der Straße installiert worden ist. Diese Anzeigetafeln sollen den Verkehrsfluss verbessern.

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In Abhängigkeit vom Verkehrsaufkommen wird beispielsweise mit Geschwindigkeitsbegrenzungen und Lkw-Überholverboten reagiert. Auch auf Stauenden wird hingewiesen, um Folgeunfälle zu vermeiden.

Ausbau in Hannover: Positive Auswirkungen auf A2 in Schaumburg?

Auch die Straßenbauverwaltungen der Länder arbeiten laut Ministerium kontinuierlich an Möglichkeiten zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. „Es sollen die Einrichtung und der Betrieb von Baustellen etwa durch Bauzeitverkürzung oder eine verbesserte Verkehrsführung weiter optimiert werden“, lautet ein Beispiel.

Entlastung bringen soll die vom Ministerium als drittes genannte Maßnahme: der achtstreifige Ausbau der A 2 zwischen Hannover-Herrenhausen und dem Autobahndreieck Hannover-West. Dieser hat Priorität im Bundesverkehrswegeplan. Damit werde auch auf den südwestlich gelegenen Abschnitten für einen besseren Verkehrsfluss gesorgt und Stauausweichverkehre vermieden, so die Sprecher. von Andrea Göttling