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Bad Nenndorf Baugebiete in Bad Nenndorf: Noch ist nichts beschlossen
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Baugebiete in Bad Nenndorf: Noch ist nichts beschlossen
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00:19 31.03.2019
Im Raum Hofrat Schröter drängen sich etliche Zuhörer aus Interesse am Wohnraumkonzept.
Im Raum Hofrat Schröter drängen sich etliche Zuhörer aus Interesse am Wohnraumkonzept. Quelle: gus
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Bad Nenndorf

Dies belegte die Sensibilität des Themas, denn um konkrete Schritte ging es längst noch nicht. Gleich zu Beginn der Sitzung unternahm die Wählergemeinschaft einen überraschenden Vorstoß: Weil neue Erkenntnisse vorlägen, sollte das Thema Wohnraumversorgungskonzept noch einmal von der Tagesordnung genommen und zur Beratung in die Fraktionen gegeben werden. Dem konnte Bernd Reese (Grüne) durchaus etwas abgewinnen. Schließlich habe das Thema eine große Tragweite für viele Jahre. Doch eine so gut besuchte Bauausschuss-Sitzung habe er lange nicht erlebt. Daraus leitete er ein großes Interesse ab und wollte zumindest die Ratsunterlagen vorstellen lassen. Dem folgte der Ausschuss.

Stadtdirektor Mike Schmidt betonte, es sei die Pflicht von Kommunen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Um zu diesem Zweck Fördergeld erhalten zu können, müsse ein Wohnraumkonzept her. Im jetzigen Verfahren gehe es aber ausschließlich darum, dass die Stadt Bad Nenndorf – wie auch die Nordgemeinden – festlege, wo sie Wohnraumpotenzial sehe. Ob und wie diese Flächen bis 2035 bebaut würden, werde später entschieden, und zwar vom Rat. Bauamtsleiterin Annette Stang versuchte, herauszuarbeiten, dass der gesamte Prozess festen Regeln unterstehe, deren Einhaltung der Landkreis überwache.

Diese Flächen kommen für Baugebiete infrage

Rund um die Kurstadt stehen einerseits noch das nicht zum Verkauf stehende Harms-Gelände und eine kleine Parzelle am Ortsrand in Richtung Waltringhausen hinter der Haster Straße als mögliche Wohnbauflächen zur Verfügung – und andererseits die Ackerbereiche Westlich Peser und Westlich Hohefeld. Laut Wohnraumkonzept bliebe im Fall Westlich Peser eine deutliche Lücke zu Horsten. Dieses Gebiet ist ferner in drei Abschnitte unterteilt. Beim Westlichen Hohefeld sind zwei Abschnitte eingezeichnet worden, das Areal erstreckt sich bis zur Grenze des ersten von vier Bauabschnitten des Vorderen Hohefeldes. Sowohl im Bereich Peser als auch beim Hohefeld soll je ein Teil gleichzeitig entwickelt werden.

Volker Busse (SPD) mahnte an, dass dort auch wirklich bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird. Ein Fünftel der zusätzlichen Fläche solle für Mehrfamilienhäuser reserviert sein. Die SPD steht nach Busses Worten hinter der Zielmarke, samtgemeindeweit insgesamt 32 Hektar Potenzialfläche auszuweisen. Schmidt hatte zuvor dargelegt, dass allein die Stadt Bad Nenndorf in den vergangenen 15 Jahren um 30,7 Hektar Wohnbaufläche gewachsen ist.

Auch Cornelia Jäger (CDU) sprach sich für einen gewissen Proporz an Mehrfamilienhäusern aus. Jetzt werde nur der erste Schritt gemacht, noch gehe es nicht um konkrete Entwicklungen von Baugebieten.

„Die Toten müssen doch nicht mehr einkaufen“

Die Ankündigung, einen Discounter im Bereich Hohefeld/Peser anzusiedeln, sorgte für ablehnende Zwischenrufe. Einen Zuhörer störte die Nähe zum Horster Friedhof: „Die Toten müssen doch nicht mehr einkaufen.“ Christian Oltrogge störte sich daran, dass einer seiner Acker am Horster Feld als Baufläche eingezeichnet sei, obwohl er nicht verkaufen wolle. Schmidt erklärte, die Zeichnung sei ungenau. Ein anderer Zuhörer lehnte die Form der Neubauflächen ab, die keine Arrondierung schafften. Andere befürchteten ungesundes Wachstum, das die Infrastruktur der Stadt überfordere.

Eine Empfehlung sprach der Ausschuss nicht aus.

Von Guido Scholl