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Bad Nenndorf Besucher läuten beim Bauernmarkt in Bad Nenndorf den Herbst ein
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Besucher läuten beim Bauernmarkt in Bad Nenndorf den Herbst ein
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21:20 13.10.2019
Von der kleinen Ladefläche seiner Oldtimer-Maschine aus sorgt einer der Treckerfreunde, die am Sonntag einen großen Teil des Bauernmarktes ausmachen, für musikalische Unterhaltung. Quelle: tro
Bad Nenndorf

Der Verkehr durch den Ort, der am Wochenende normalerweise sehr überschaubar ist, kann hier als Gradmesser für den Besucherzuspruch herhalten. Auto um Auto brauste über die Hauptstraßen, auch im weiteren Umkreis des Kurparks war selbst an Straßenrändern kaum ein Parkplatz zu bekommen.

„Der Herbst ist bei uns angekommen, es ist Erntedank-Zeit – und wir haben einen traditionellen Bauernmarkt, der noch größer und schöner ist als im letzten Jahr“, freute sich Bürgermeisterin Marlies Matthias schon bei der offiziellen Eröffnung am Samstagnachmittag. Zudem verwies sie auf ein Versprechen von KurT-Chef Benjamin Lotz: „Zwei Tage herrliches Wetter und eine herbstliche Veranstaltung.“

So ganz klappte das mit dem Wetter nicht, abgesehen von einem kräftigen Schauer am Sonntagmittag – wobei das ja auch irgendwo zum Herbst gehört – gab es aber nichts auszusetzen. Das sahen auch die Besucher so, ob sie nun in den Angeboten vieler Schaumburger Hofläden, Kreativhandwerker oder Gastronomen stöberten, sich Oldtimer-Trecker anschauten oder Musikgruppen lauschten.

Echte Schaumburger Hochzeitstrachten bestaunen die Besucher in der Wandelhalle.

Die Wandelhalle war in diesem Jahr insbesondere wegen einer Attraktion – beziehungsweise mehrerer Attraktionen zu einem Thema – bei vielen Gästen gefragt: Dort gab es nämlich eine große Ausstellung der Schaumburger Trachten unter dem Motto „Rund um die Hochzeit in der Grafschaft Schaumburg“ zu bestaunen. Die verschiedenen traditionellen Kleidungsstücke – ob Tauftracht, Trauertracht oder Abendmahlstracht, ob für das Brautpaar, den Brautknecht oder die Kranzmaikens (also die Brautjungfern) – stammten unter anderem von Volker August.

Der Riepener beantwortete den interessierten Besuchern rund um die vollausgestattete „Hochzeitskutsche“ auch viele Fragen darüber. „Ich bin damit groß geworden, auch meine Tochter hat ihre Uroma noch in Tracht kennengelernt“, erklärte er seine Begeisterung für das Thema. „Wir hatten einige Stücke im Haus, und ich will sie auch zeigen. Sie sind zu schade, um im Schrank zu verstauben.“

Bürgermeisterin Marlies Matthias eröffnet die Veranstaltung offiziell – gemeinsam mit den Jagdhornbläsern des Hegeringes Nord.

Da die guten Stücke das – abseits von Veranstaltungen wie dem Bauernmarkt, wofür sie in stundenlanger Arbeit mühsam an Schaufensterpuppen hergerichtet werden – aber nach wie vor und aus seiner Sicht zu häufig tun, hat August zudem eine Idee: ein Museum für Bad Nenndorf, das sich den Trachten und der Bäderkultur des Kurortes widmet.

Das Material wäre offensichtlich vorhanden, einige Besucher hinterließen auch ihre Unterschrift zur Unterstützung. Jetzt müssen nur noch Verwaltung und Politik davon überzeugt werden, Bürgermeisterin Matthias weiß dem Vernehmen nach bereits von den – noch losen – Plänen. Und August wollte die nächste Gelegenheit nutzen, um sie weiter davon zu überzeugen.

von Thomas Rocho