Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Bad Nenndorf Brand im Flüchtlingsheim Bad Nenndorf: 115 Feuerwehrkräfte im Einsatz
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Brand im Flüchtlingsheim Bad Nenndorf: 115 Feuerwehrkräfte im Einsatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:16 11.08.2019
115 Feuerwehrkräfte waren mitten in der Nacht im Einsatz, um das Feuer in der Flüchtlingsunterkunft in Bad Nenndorf unter Kontrolle zu bringen. Quelle: Feuerwehr
Bad Nenndorf

Der Alarm war mitten in der Nacht von Feuermeldern ausgelöst worden. Feuerwehrkräfte aus Bad Nenndorf, Haste, Waltringhausen und Helsinghausen-Kreuzriehe eilten zu der Flüchtlingsunterkunft in Bad Nenndorf. Dort stellten sie schnell fest, dass sie Verstärkung brauchten.

Mehr zum Thema:
"Flüchtlingskrise 2015": So viele Geflüchtete kamen insgesamt nach Bad Nenndorf

Feuer bricht an der Fassade aus und greift auf Zimmer über

Nach Angaben von Niklas Heufers, Pressesprecher der Nenndorfer Feuerwehr, hatte sich im 1. Obergeschoss des Flüchtlingsheim Rauch stark ausgebreitet.

115 Feuerwehrkräfte aus Bad Nenndorf, Rodenberg und der Truppe der Kreisfeuerwehr waren vor Ort, um gegen die Flammen anzukämpfen. (Foto: Feuerwehr)

Rettungskräfte aus Rodenberg wurden ebenso wie weitere Feuerwehrleute aus der Samtgemeinde Nenndorf und eine Spezialgruppe der Kreisfeuerwehr mit Gerätewagen und Atemschutz hinzugerufen. Insgesamt waren 115 Brandbekämpfer im Einsatz. Außerdem waren Polizei und Rettungsdienst vor Ort, letzterer mit Notarzt und Rettungswagen.

Das hat einigen Bewohnern wohl das Leben gerettet.

Niklas Heufers , Feuerwehr-Sprecher in Bad Nenndorf

Nach bisherigen Erkenntnissen der Feuerwehr war der Brand an der Fassade des Gebäudes ausgebrochen. Dann griffen die Flammen auf eines der Zimmer über, weitere Schlafräume waren von starker Rauchentwicklung betroffen.

"Der Sicherheitsdienst hat die Evakuierung rechtzeitig eingeleitet. Das hat einigen Bewohnern wohl das Leben gerettet", sagt Feuerwehr-Sprecher Heufers.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei ist das Feuer durch "fehlerhaftes Kochverhalten" eines Bewohners ausgelöst worden. Wie genau die Flammen anschließend von der Außenseite des Gebäudes in eines der Zimmer übergriffen, ist noch unklar.

Einsatz zieht sich bis zum frühen Morgen

Aktuell seien noch 93 Flüchtlinge in der Unterkunft gemeldet. Alle Bewohner konnten sicher aus dem Gebäude gebracht werden. Anschließend brauchte die Feuerwehr rund eine Stunde, um den Brand zu löschen. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass wirklich keine Gefahr mehr besteht, waren einzelne Einsatzkräfte aus Bad Nenndorf allerdings noch bis in die Morgenstunden vor Ort.

Lesen Sie auch:
Zahl der Bewohner geht zurück: Kreis macht Unterkunft in Bad Nenndorf dicht

Nach drei Stunden war der Einsatz auch für sie beendet. Auch die Geflüchteten konnten am Morgen wieder zurück in ihre Zimmer. Bis auf wenige Ausnahmen: Weil vier Räume durch Feuer und Rauch unbewohnbar sind, mussten einzelne Bewohner umquartiert werden.

Diese Bereiche des Gebäudes waren vom Feuer betroffen

Nach Angaben von Heufers befindet sich in dem Gebäude neben Wohnräumen für Flüchtlinge auch eine Arztpraxis. Diese war von dem Feuer jedoch nicht betroffen - der Brand beschränkte sich auf das erste Obergeschoss des Gebäudes.

Mit schwerem Gerät gelingt es der Feuerwehr, den Brand im 1. Obergeschoss unter Kontrolle zu bringen. (Foto: Feuerwehr)

Vor einem Jahr hatte es schonmal in der Unterkunft gebrannt. Damals war ein Teddybär, der in einem der Zimmer an einen Heizlüfter gekommen und Feuer gefangen hatte, Auslöser für das Feuer. Hinzu kommen mehrere Fehlalarme.

Mehr zum Thema:
Fehlalarm in Unterkünften: Flüchtlingen drohen Strafen

Im April waren Feuerwehrleute aus Bad Nenndorf in der Unterkunft, um die Flüchtlinge auf das richtige Verhalten im Brandfall vorzubreiten - und darüber zu informieren, wie Fehlalarme verhindert werden können. Die Zahl der Alarme sei daraufhin zurückgegangen, sagt Heufers.

Mehr zum Thema:
Brandschutz: So schult die Feuerwehr in Bad Nenndorf Flüchtlinge für den Ernstfall

Das sagt die Feuerwehr zum Verhalten der Flüchtlinge

Wohl auch wegen der jüngsten Schulung ging die Evakuierung in der Nacht auf Sonntag, als es wirklich in der Unterkunft brannte, ohne Probleme über die Bühne. "Die Bewohner waren sehr friedlich und kooperativ", berichtet Heufers. Zum Teil hätten sie im Schlafanzug auf der Straße gestanden und geforen, weil sie durch das Feuer aus dem Schlaf gerissen wurden.

Einzelne Nachbarn hatten sich im Nachgang des Einsatzes darüber beschwert, dass ein Teil der Flüchtlinge das Feuer in Fotos und Videos aufgezeichnet hätten. "Das ist für so einen Einsatz aber völlig normal", sagt der Feuerwehr-Sprecher. Im Weg gestanden hätte den Einsatzkräften zumindest niemand. von Lennart Hecht