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Bad Nenndorf Brandschutz: Feuerwehr schult Flüchtlinge für den Ernstfall
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Brandschutz: Feuerwehr schult Flüchtlinge für den Ernstfall
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12:44 30.04.2019
Fatima Azarbin (hinten) und ihre Tochter Elena Safarei probieren mit Brandschutzerzieher Frank Schröder einen Feuerlöscher aus. Quelle: lht
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BAD NENNDORF

Es gab einen Satz, den Frank Schröder an diesem Abend in der Flüchtlingsunterkunft an der Horster Straße gleich mehrfach wiederholen muss. So oft, bis die Worte des Feuerwehrmannes auf Arabisch, Englisch oder Persisch übersetzt und bei allen Bewohnern angekommen sind, die Schröder dort in Sachen Brandschutz unterrichtete.

Schröder ist Brandschutzerzieher der Samtgemeindefeuerwehr und informiert regelmäßig in Altenheimen und Kindergärten über das richtige Verhalten im Brandfall. Bei 120 Einsätzen waren er und seine Kameraden 2018 gefordert, davon entfiel wie schon im Vorjahr rund ein Viertel auf die Flüchtlingsunterkunft.

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Rauchmelder schlagen Alarm

Und das häufig, ohne dass wirklich ein Notfall vorlag. Stattdessen hatten Essensdämpfe oder Zigarettenqualm im Gebäude dazu geführt, dass die Rauchmelder Alarm schlugen. Bei der Brandschutzerziehung für die Geflüchteten ging es aber nicht nur darum, in Zukunft Fehlalarme zu vermeiden.

„Auch die Evakuierung funktioniert noch nicht richtig“, erklärte Schröder. Das sei nicht nur für die Geflüchteten verheerend, die bei einem Brand in Lebensgefahr schweben, sofern sie auf ihren Zimmern bleiben. Auch die Feuerwehrkräfte würden große Risiken in Kauf nehmen, wenn sie einzelne Menschen aus brennenden Gebäuden holen müssten, berichtete Schröder.

Zahl der Fehlalarme rückläufig

Deshalb gab es für die Bewohner einen Schnelldurchlauf durch alles, was im Notfall einmal wichtig werden könnte: Hilfe bei der Suche nach dem schnellsten Rettungsweg, Hinweise zur Benutzung von Feuermeldern und Ratschläge für den Ernstfall. Etwa, dass bei Bränden in Zimmern Türen und Fenster geschlossen werden müssen, um dem Feuer den Luftnachschub zu nehmen. Und natürlich den Appell, dass Rauchen im Gebäude tabu ist.

Die Chancen stehen also gut, dass es 2019 weniger Einsätze an der Flüchtlingsunterkunft gibt. Einen leichten Rückgang haben Schröder und seine Kollegen nach eigenen Angaben bereits jetzt festgestellt. Und wenn es doch mal brennen sollte, sind die Bewohner des Heims nun bestens vorbereitet.

In Bad Nenndorf gibt es nur ehrenamtliche Feuerwehrkräfte. Geld bekommt keiner von ihnen. Das war vielen der Geflüchteten nicht bewusst.