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Bad Nenndorf Bürgerbegehren geplant
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Bürgerbegehren geplant
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00:20 17.09.2018
Transparente verleihen dem Ansinnen Nachdruck.
Transparente verleihen dem Ansinnen Nachdruck. Quelle: ar
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Bad Nenndorf

Im Feld auf der Höhe Grüner Weg trafen sie sich mit etlichen Transparenten ausgerüstet, um „Flagge und Gesicht zu zeigen“, wie die Initiatoren Jutta und Werner Schulz es nannten. Das Ehepaar Schulz, selbst direkt am Feldrand wohnhaft, hatte in den angrenzenden Baugebieten sowie in Horsten Zettel in Briefkästen geworfen, um auf ihre Aktion aufmerksam zu machen.

Wachstum der Stadt sei "ungezügelt"

Werner Schulz kletterte auf eine Leiter und erklärte sein Ansinnen: Die schöne Landschaft werde zugepflastert und beliebte Spazierwege gingen verloren. Das Ackerland, das nun bebaut werden soll, sei sehr fruchtbar und werde unverständlicherweise versiegelt.

Auch die Infrastruktur werde deutlich stärker belastet als bisher. Er bezeichnete das vorgesehene Wachstum der Stadt als „ungezügelt“ und prophezeite eine Verschlechterung der Luftreinheit sowie Abwasser- und Trinkwasserprobleme. Er rief potentielle Verkäufer dazu auf, vom Verkauf ihrer Grundstücke Abstand zu nehmen und forderte, „Politikern Löcher in den Bauch zu fragen.“

Bürgerbegehren wird angestrebt

Ziel sei es, zeitnah eine Bürgerinitiative sowie eine Facebookgruppe zu gründen. Ebenfalls wird ein Bürgerbegehren angestrebt, um frühest möglich in den Prozess, der vor dem Ausweis der bisherigen Felder als Baugrundstücke nötig ist, einzugreifen.

Die Anwesenden diskutierten über die ihnen bekannten Eckdaten. Im Vorfeld waren in den sozialen Netzwerken Skizzen des vermeintlichen Neubaugebiets veröffentlicht worden. Für viele Anwesende stellten sie die Grundlage ihres Kenntnisstands dar. Viele Gerüchte wurden diskutiert wie die mögliche Anzahl von Grundstücken, der Bau von Zu- und Durchfahrtstraßen und der Abstand zu bestehenden Immobilien.

Anwohner sind besorgt

Christel Kuhnke hatte angesichts der kursierenden Skizze Sorge, wie das Regenrückhaltebecken im südwestlichen Teil bepflanzt werden wird. „Das grenzt direkt an mein Grundstück. Wenn da so hohe Bäume stehen sollen, wie es anderswo der Fall ist, habe ich nur noch Schatten“, klagte sie.

Anja Ulrich-Oltrogge betreibt Viehwirtschaft und hat einen Reitplatz eingerichtet. Sie hoffte, dass es nicht zu Klagen der Neubürger kommt. „Bei uns schreit eben auch mal eine Kuh“ führte sie aus. Andere fürchteten um das Wegbleiben eines Roten Milans, der bislang oft zu sehen war oder um ihre gewohnte Feldrunde mit dem Hund.

Harste: Verfahren zur Beteiligung der Bürger werden eingehalten

Mike Harste, Immobilienleiter der Volksbank, verwies auf das Wohnraumversorgungskonzept, das auf der Homepage der Gemeinde eingesehen werden. Gemeinsam mit Bauamtsleiterin Annette Stang konnte er nach eigenem Bekunden viele Gemüter beruhigen, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung bekannte. Die Planungshoheit liege bei der Stadt und alle nötigen Verfahren zur Beteiligung von Bürgern würden eingehalten.

Von Andrea Riekena