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Bad Nenndorf Darum wurde nichts aus dem Freibad für Bad Nenndorf
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Darum wurde nichts aus dem Freibad für Bad Nenndorf
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12:06 11.07.2019
Gerne würden sich die Bad Nenndorfer im Sommer ins Kühle nass stürzen - im Kurort selbst bietet aber keine Badeteich oder Freibad Gelegenheit dazu. Quelle: dpa
Bad Nenndorf

Dass die beiden Freibäder in Rodenberg und Lauenau wegen Personalmangels vorübergehend nur noch je vier Tage die Woche geöffnet haben, hat in Bad Nenndorf den Wunsch nach einer eigenen Freiluftschwimmstätte aufkommen lassen. Zahlreiche Leser äußerten das Begehren in den sozialen Netzwerken.

Die Idee wurde sogar ziemlich konkret

Tatsächlich kursierte Ende der neunziger Jahre die Überlegung, angrenzend an das Hallenbad ein Freibad zu bauen, nachdem das alte geschlossen worden war. Zwei Politiker, die seinerzeit schon im Rat der Samtgemeinde waren, erinnern sich an die Idee.

Im Verlauf der Planung machte die damalige WGN-Ratsfrau Rosemarie Börner den Vorschlag, alternativ ein Naturbad zu bauen. Dieses Freibad sollte, so die Überlegung, im Bereich der Liegewiese in Richtung Dorado-Halle bis etwa zur heutigen Ausfallstraße entstehen, erinnert sich Volker Busse (SPD).

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Freibad wird von Badeteich ausgestochen

CDU-Ratsherr Werner Bövers kramte kurzerhand einige Unterlagen aus seinem persönlichen Archiv heraus, mit denen sich die damalige Debatte gut nachzeichnen lässt. Die Idee eines klassischen Freibads fand im Samtgemeinderat keine Zustimmung. Bedenken hatten die Politiker aufgrund der Kosten und der eingeschränkten Öffnungszeit. Nur einige Monate lang hätte das Bad Einnahmen generiert, Kosten wären aber dauerhaft angefallen.

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„Somit kam ein Natur-Erlebnis-Bad, wie es bereits in Wennigsen am Deister im Betrieb war, ins Gespräch“, erklärte Bövers. Dieses hätte durch einen Spielplatz und eine Eislauffläche im Winter rund ums Jahr attraktiv für Besucher gestaltet werden können. Auch aufgrund der Kosten – sowohl für den Bau als auch für die Unterhaltung – wurde ein Schwimmteich als attraktive Alternative zum konventionellen Freibad gehandelt.

Drei Varianten werden durchdacht

2003 wurde eine Konzeptstudie beauftragt. Drei Varianten wurden vorgestellt, wobei sich die Form des Bades unterschied: Dreieck, Kreis oder Quadrat. Die Maßnahmen hätten je nach Form beziehungsweise Größe zwischen 1,1 und 1,8 Millionen Euro gekostet. Der quadratische Teich wäre für bis zu 910 Badegäste ausgelegt gewesen.

Vorgesehen waren eine 50-Meter-Trainingsbahn, ein Sprungbecken mit Naturfelsen, Solarstrecke und ein Wasserfall. Auch Sonnendecks, Terrassen und ein geradliniger Steg waren neben einem Spielplatz angedacht.

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Neben den Kosten gab es einen zweiten bremsenden Faktor

Die Kosten spielten in der folgenden Diskussion eine Hauptrolle – allerdings jene eines Antagonisten. Hinzu kam, dass eine ähnliche Anlage in der Umgebung aus hygienischen Gründen geschlossen werden musste, während in Bad Nenndorf über das Vorhaben diskutiert wurde, wie sich Bövers erinnerte. Auch dies dürfte dazu beigetragen haben, dass die Entscheider kalte Füße bekommen haben.

Doch zumindest eine ebenfalls schon etwas ältere Forderung hat sich 2018 erfüllt: Das Außengelände des Hallenbads, dessen Träger der Landkreis ist, steht Sonnenbadenden seitdem wieder zur Verfügung, nachdem es 2011 geschlossen worden war.

Die Geschichte des alten Freibads

Das alte Freibad wurde vor 22 Jahren aufgegeben. Im September 1997 attestierte der damalige Verwaltungschef, Karl Möllmann, „gravierende technische Mängel“ an der Schwimmbadtechnik. Damals hieß es, dass 2,5 Millionen D-Mark nötig wären, um das Bad zu sanieren. Unter anderem waren Beckenwände, Teile der Heizungsanlage und die Umkleidekabinen stark reparaturbedürftig. Außerdem kündigte das Staatsbad Nenndorf den Pachtvertrag für das Gelände, weil es eine andere Nutzung favorisierte. Bis 2010 lag das alte Schwimmbad brach, erst dann wurden Pläne der Volksbank umgesetzt, an der Stelle Wohngebäude zu errichten. Heute befindet sich dort unter anderem ein Pflegeheim.