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Bad Nenndorf Die Arbeit geht weiter, die Spenden werden weniger
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Die Arbeit geht weiter, die Spenden werden weniger
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00:23 23.03.2019
Beim Kulturfest im Kurpark spielen Kinder einträchtig miteinander. Es handelt sich um die größte Veranstaltung von Bad Nenndorf ist bunt. Quelle: Archiv
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BAD NENNDORF

Davon dass die Naziaufmärsche drei Jahre in Folge ausblieben, lässt sich niemand blenden. „Allein dass wir es geschafft haben, sie von hier wegzubekommen, heißt noch nicht, dass die Sache mit dem Rechtsextremismus vorbei ist“, betonte Vorsitzender Winfried Wingert. Auch in unmittelbarer Umgebung gebe es sehr wohl noch immer rechte Umtriebe.

Er verwies auf eine Versammlung der AfD-Nachwuchsorganisation in Barsinghausen. Ulrike Schilling erwähnte die Hakenkreuz-Schmierereien in Waltringhausen, Uebel führte Aufkleber und Parolen der Identitären Bewegung an.

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Lob an Sparkasse, Jüdische Gemeinde und Gymnasium

Die Arbeit gegen Extremismus und für politische Aufklärung geht unvermindert weiter. Öffentlichkeitsarbeit erfolgte unter anderem mit dem Kulturfest im Juni. Lesungen wie jene der Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano und Ruth Gröne sowie die Ausstellungen über Judenverfolgung und über den Polenüberfall in der Sparkasse stießen ebenfalls auf großes Interesse.

„Es waren viele Schülergruppen da, das fand ich bemerkenswert“, sagte Vorstandsmitglied Claudia Dargel. Das Bündnis bedankte sich bei Geschäftsbereichsleiter Heiko Trieschmann dafür, dass die Sparkasse ihre Räume zur Verfügung stellt. Ferner wurde die Zusammenarbeit mit dem Gymnasium und der Jüdischen Gemeinde gelobt. Zum monatlichen Plenum in deren Räumen kommen im Durchschnitt zehn Teilnehmer.

Nazis bleiben weg - Spenden auch

Ebenfalls positiv resümierte Wingert, dass im Mai 2018 die Daueranmeldung für die Naziaufmärsche wegen fehlender Kommunikation der Rechten für nichtig erklärt wurde. Hinzu kam die Bundesverdienstkreuz-Verleihung für Jürgen Uebel. „Es ist alle Ehren wert, was wir hier nach wie vor auf die Beine stellen“, kommentierte Dietmar Buchholz. 91 Mitglieder hat das Bündnis, darunter sind elf Organisationen. Unterm Strich ist der Verein im zurückliegenden Jahr um zwei Mitglieder gewachsen.

Ein Wermutstropfen: Seit die Nazis nicht mehr kommen, geht die Spendenbereitschaft zurück. Ferner hatten Organisationen Spendenzahlungen abgelehnt, weil Künstler aufgetreten seien, die „zu weit links“ stünden, so Dargel. So summierte sich in 2018 ein Minus von 2288 Euro. Dargel war dagegen, ehemaligen Geldgebern hinterherzulaufen, bei denen sich "der politische Wind gedreht" hat. Die Kassiererin hat aber bei mehreren Stellen für 2019 höhere Zuwendungen erreicht, sodass nun eine schwarze Null erwartet. gus