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Bad Nenndorf Durchbeleidigt
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Durchbeleidigt
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00:22 26.10.2018
Die Verwaltung prüft, ob sie rechtliche Schritte gegen einen renitenten Bürger einlegt.
Die Verwaltung prüft, ob sie rechtliche Schritte gegen einen renitenten Bürger einlegt. Quelle: dpa
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Bad Nenndorf

Jetzt ist die Grenze des guten Geschmacks in den Augen von Samtgemeindebürgermeister Mike Schmidt eindeutig überschritten worden. Der Mann überzieht die Verwaltung in einer Reihe mehrseitiger handschriftlicher Eingaben mit Beleidigungen, die in Schmidts Augen nicht ungesühnt bleiben sollten.

„Wir lassen derzeit alle straftatrelevanten Formulierungen prüfen“, erklärte Schmidt im Gespräch mit dieser Zeitung. Gegebenenfalls schaltet der frühere Polizist danach seine Ex-Kollegen ein.

Nicht nur er selbst war Zielscheibe der diskreditierenden Formulierungen, namentlich wurden auch André Lutz, Leite des Amtes Bildung und Soziales, und sogar Landrat Jörg Farr barsch angegangen. Mehr noch: Der gesamten Verwaltung wurde bereits Inkompetenz unterstellt. Der Verfasser der Schreiben tut an einer Stelle gar kund, dass seiner Meinung nach alle Bad Nenndorfer „verblödet“ sind.

Rathaus und Kreishaus eingeschaltet

Inhaltlich geht es dem Mann um einen bestimmten Missstand in der Kurstadt. Weil er auf seine Schreiben aber weder aus dem Nenndorfer Rathaus noch aus dem Kreishaus Antworten erhalten hat, bezeichnet er sowohl Schmidt und Lutz als auch Farr in seinem jüngstem Pamphlet als „unfähig“. Zudem unterstellt der Bad Nenndorfer dem Rathaus, dass dort „Kumpanei“ herrscht.

An anderer Stelle ist dann von „Idioten“ die Rede. In dem an Bauamtsleiterin Annette Stang adressierten Brief wird der gesamten Verwaltungsmanschaft attestiert, dass „jeder 15-Jährige“ mehr Verstand hat. Stang möge diese Ausführungen aber nicht persönlich nehmen.

Mann schickt immer neue Schreiben

Ein Hauptproblem ist wohl, dass dem Verfasser die Bearbeitungszeit seiner Schreiben zu lange dauert. „Wir haben aber gar keine Chance, dem Mann zu antworten, weil er ja ständig neue Schreiben schickt“, sagt Schmidt. Der Samtgemeindebürgermeister betont, dass er bereit ist, sich jede Art Kritik anzuhören, gern auch im persönlichen Gespräch. Aber in diesem Fall lehne er eine direkte Kontaktaufnahme mittlerweile ab.

Offenbar gibt es aber einen ganz anderen Grund, warum der Mann so schlecht aufs Rathaus zu sprechen ist. Vor einiger Zeit hatte dieser ein Knöllchen wegen Falschparkens erhalten und sich dagegen erfolglos zur Wehr gesetzt. Anschließend begann er, Falschparker beim Rathaus anzuzeigen. Mittlerweile geht es aber um ein anderes Streitthema.