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Bad Nenndorf Frau bedroht Tierschützerin: Ex-Halterin fordert Hund zurück
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Frau bedroht Tierschützerin: Ex-Halterin fordert Hund zurück
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20:16 08.10.2019
Lassen sich nicht einschüchtern: die Tierschützerinnen Jutta Schneider (links) und Adina Fuchs mit Hund Diego. Quelle: göt
Bad Nenndorf

Die Tierschutzarbeit werde oftmals belächelt, dabei sei es viel mehr als nur füttern und streicheln. „Wir haben es auch mit anderen Dingen zu tun“, so Schneider, die bis vor Kurzem auch das Tierheim leitete. Zur Arbeit gehört unter anderem das Sicherstellen von Tieren aus Privathaushalten auf behördliche Anordnung hin. Ein solcher Fall aus dem Jahr 2011 lässt den Tierschützern bis heute keine Ruhe – noch immer wehrt sich die ehemalige Besitzerin eines Hundes gegen die Wegnahme ihres Tieres.

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Fünf Hunde sind der Frau 2011 entzogen worden

Der Kangal-Mischling Diego war der Frau zusammen mit vier weiteren Hunden 2011 auf Geheiß des Veterinäramtes entzogen worden. Ihr sei daraufhin ein Tierhalteverbot ausgesprochen worden, so Schneider. Die Vierbeiner kamen in die Auffangstation in Bad Nenndorf. Vier der Hunde konnten schnell vermittelt werden. Bei Diego gestaltete sich die Suche schwieriger, weil für die Haltung des Hirtenhundes besondere Ansprüche an den neuen Besitzer gestellt werden. „Man muss den Hund auch führen können“, sagt Schneider.

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Die ehemalige Halterin habe derweil „immer wieder versucht, Diego mit sämtlichen Tricks hier rauszuholen“, so die damalige Tierheimleiterin. Sie habe sich beispielsweise mit falschem Namen gemeldet und den Mitarbeitern Geld geboten. Dem Lebensgefährten gelang es Ende 2011 sogar, „unter Vortäuschung falscher Tatsachen“ Diego zu adoptieren, schilderte Schneider. Seinerzeit gelang es ihr nicht, das Tier zurückzuholen.

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Halter drohen damit, das Tier zu erschießen

Bei dem Versuch sei ihr gesagt worden, dass sie den Hund lieber erschießen würden, als ihn zurück ins Tierheim zu geben. Dennoch dauerte es nur wenige Monate, bis der Hund wieder in der Kurstadt war: Weil Diego bei seinem neuen Zuhause regelmäßig über den Zaun sprang, schritt schließlich das Ordnungsamt ein.

Die Tierschützer entschieden, Diego nicht länger zu vermitteln. „Wir lieben diesen Hund alle und er hat hier jetzt seine Aufgabe“, erklärte die neue Tierheimleiterin Adina Fuchs. Die Ex-Halterin „gibt nach so vielen Jahren aber immer noch nicht Ruhe“, so Schneider.

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Aus diesem Grund hat eine Ehrenamtliche Anzeige gegen die Frau erstattet

Kürzlich habe sie eine der ehrenamtlichen Gassigängerin, die namentlich nicht genannt werden will, bei einem Spaziergang mit Diego angesprochen. Sinngemäß habe die Frau ihr gesagt, dass sie, wenn sie eine Pistole hätte, die Gassigängerin damit bedrohen würde, um Diego mitzunehmen. Sie bot außerdem 2000 Euro an, die Ehrenamtlerin solle dafür behaupten, der Hund sei weggelaufen.

Diego hätte es gut bei ihr und er würde es verdienen, zu ihr zurück zu dürfen. Die Bad Nenndorferin erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei. Die ermittelt nun unter anderem wegen Bedrohung.

So gehen die Tierschützer mit dem Thema

Bei dem Erlebten handele es sich nicht um einen Einzelfall, wie Schneider erklärte. Von den Anfeindungen wollen sie und ihre Kollegen sich aber nicht einschüchtern lassen. von Andrea Göttling