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Bad Nenndorf Gehrenbreite: Bad Nenndorf muss Feldlerche und Rebhuhn schützen
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Gehrenbreite: Bad Nenndorf muss Feldlerche und Rebhuhn schützen
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14:38 10.09.2019
Der Schutz der Feldlerche steht im Fokus bei der Planung des Gewerbegebiets bei Bad Nenndorf. Quelle: Andreas Neuthe/dpa
BAD NENNDORF

Der artenschutzrechtliche Ausgleich für ein Paar Feldlerchen und ein Paar Rebhühner, deren Lebensraum durch die Ausweisung des Gewerbegebiets beeinträchtigt wird, soll auf einem 2450 Quadratmeter großen Flurstück erfolgen, dass sich im Besitz der Stadt befindet.

Acker wird in Brache verwandelt

Es liegt in der Gemarkung Waltringhausen und grenzt unmittelbar an eine bereits bestehende Kompensationsfläche am Büntegraben. Dort wären einst Kopfweiden gepflanzt worden. Für Rebhuhn und Feldlerche sollen Acker in Brachen umgewandelt und fortan nicht mehr
bewirtschaftet werden.

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Im Bebauungsplan werden noch weitere 7450 Quadratmeter an Ausgleichsfläche festgesetzt, es war bislang aber noch offen, wo dies geschieht. Laut Landschaftsarchitektin Karin Bohrer ist eine Weiterentwicklung einer Ausgleichsfläche im Bereich „Am Horster Wege“ möglich. Auch im Bereich südlich des Kraters könnte Öko-Ausgleich vorgenommen werden.

Kompensation genügt den Ansprüchen

Architekt Ivar Henckel, der die Gesamtmaßnahme plant, erläuterte dem Umweltausschuss, dass mit den von Bohrer skizzierten Kompensationsmaßnahmen sämtlichen Aspekten wie Entwässerung, Heilquellenschutz und Immissionsschutz Rechnung tragen.

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Dies habe die Beteiligung der sogenannten Träger öffentlicher Belange ergeben. Dabei hatten unter anderem der Landkreis und die Gemeinde Suthfeld Stellungnahmen eingereicht.
Imke Hennmann-Kreikenbohm (Grüne) erinnerte daran, dass die Flächen für Rebhuhn und Feldlerche vor Baubeginn im Gewerbegebiet umgesetzt werden müssen.

Wer kontrolliert die Umsetzung?

Daher wollte sie wissen, wann dies geschieht – schließlich müssen die Vögel bei Baubeginn den Ersatz-Lebensraum zum Ausweichen haben. Bohrer gab ihr Recht: Der Ausgleich muss in der Vegetationsperiode von Baubeginn erfolgen, und so stehe es auch in der Festsetzung.

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Friedrich Varwig (SPD) hakte nach: Wer kontrolliert die Umsetzung des Öko-Ausgleichs? Umweltsachbearbeiterin Marion Oblasser antwortete, dass sie sich persönlich vor Ort darüber vergewissert, ob alles ordnungsgemäß geschieht.

Nicht auf Ausbau der B65 warten

Der Umweltausschuss votierte schließlich dafür, die Öko-Kompensation so wie von Bohrer skizziert, umsetzen zu lassen. Zuvor hatte es noch Bedenken gegeben, dass bei Horsten ein Baugebiet und beim Krater der mögliche B 65-Ausbau die Naturaufwertung in ein paar Jahren zunichte machen könnten.

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Die Mehrheit war aber dafür, lieber jetzt zu handeln, anstatt auf Dinge zu warten, die in der Zukunft liegen. So hatte sich auch Umweltsachbearbeiterin Marion Oblasser geäußert. Sowohl die Umsetzung des Baugebiets als auch der B65-Verschwenkung seien keineswegs sicher.

-> Am Mittwoch sollen die Pläne eine weitere Hürde nehmen. Dann geht es im Bauausschuss (19 Uhr, Haus Kassel) um die Festsetzung der Bauvorschriften.

Von Guido Scholl