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Bad Nenndorf Gerichtsprozess: Radlader taucht in Celle auf
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Gerichtsprozess: Radlader taucht in Celle auf
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11:25 26.11.2018
Bei dem Einbruch auf dem Gelände von Bauhof und Klärwerk wurde unter anderem ein Radlader gestohlen. Quelle: Symbolfoto, dpa
Bad Nenndorf

Richter Kai Oliver Stumpe und das Schöffengericht in Stadthagen erkannten auf Diebstahl im besonders schweren Fall.

Dank GPS: Keine lange Freude am Diebesgut

Ein zweiter Angeklagter war nicht zum Prozess erschienen, worauf Stumpe das Verfahren abgetrennte. Gegen diesen Mann, ebenfalls 34 Jahre alt, wird demnächst verhandelt. Beide kommen aus Celle. In seinem Urteil geht Stumpe davon aus, dass der zweite Mann den Tatort ausspioniert hat.

Zur Begründung hieß es, dass dieser Biogasanlagen warte und beruflich in Bad Nenndorf zu tun gehabt habe. „Er hat gesehen, dass dort ein hochwertiger Radlader steht“, so der Richter.

An ihrer Beute hatten die Einbrecher allerdings nicht lange Freude. Der Radlader war mit GPS ausgerüstet, einem satellitengestützten System zur Bestimmung der Position. Der Empfänger führte die Polizei direkt zu einer Werkhalle in Celle, wo sich außer dem Radlader (samt Anhänger, Silage-Zange und Palettengabel) weitere Fahrzeuge und Geräte aus demselben Einbruch befanden, begangen im September 2017.

Beute ist zurück, Suche nach Tätern geht weiter

Die Beamten hatten das Gelände zunächst observiert und sich dann einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss besorgt. Sie stießen auf einen Aufsitzrasenmäher, einen Pkw-Anhänger, eine Auffahrrampe, einen Industriestaubsauger und eine Dosierpumpe.

Mit einem gemieteten Lastwagen waren die Sachen aus der Kurstadt abtransportiert worden, um sie bis zum geplanten Verkauf unterzustellen. Rechnet man zur Beute den Schaden dazu, den die Einbrecher angerichtet haben, kommen nach Erkenntnissen des Gerichts rund 30.000 Euro zusammen. Auf dem Nenndorfer Gelände hatten sie zwei Hallentore aufgebrochen und für ihre Flucht einen Maschendrahtzaun zerschnitten.

Die Beute ist zurück, die Suche nach Tätern geht weiter. Polizei und Justiz gehen nämlich von mehr als zwei Dieben aus. Richter Kai Stumpe sieht diesen Eindruck dadurch verstärkt, dass am Tatort Fußspuren gefunden worden seien, die nicht zu den Arbeitsschuhen in der Celler Werkhalle gepasst hätten. „Außerdem wurde so viel Gerät gestohlen, dass zwei Männer das nicht wuppen konnten - zumal der Angeklagte ausgesagt hat, während der Tat im Lkw gewartet zu haben“, so Stumpe.

Das wird dem Verurteilten vorgeworfen

Der jetzt verurteilte Mann hatte den Teil der Werkhalle gemietet, in dem das Diebesgut gelagert war. Sein Job war es außerdem, die Beute zu Geld zu machen. Zur Tatzeit stand er einschlägig unter laufender Bewährung, die nach dem Stadthäger Urteil wohl wiederrufen wird. Dann kämen neun Monate Haft hinzu.

Zu einem lupenreinen Geständnis konnte sich der 34-Jährige im Prozess nicht durchringen. Er räumte zwar die eigene Tastbeteiligung ein, war aber nicht bereit, die Namen weiterer Komplizen zu nennen. ly