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Bad Nenndorf Gewerbegebiet Gehrenbreite: Ärger um Öko-Ausgleich im Bauausschuss
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Gewerbegebiet Gehrenbreite: Ärger um Öko-Ausgleich im Bauausschuss
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16:55 12.09.2019
Die Bebauungspläne für das Gewerbegebiet Gehrenbreite sind noch nicht vollständig beschlossen.  Quelle: archiv
Bad Nenndorf

Noch immer konnte das Bauvorhaben des Gewerbegebiets Gehrenbreite nicht im Bauausschuss beschlossen werden. Der Grund: Die SPD fürchtet, dass geplante Öko-Ausgleichsflächen nicht mit der Wohnbauentwicklung der Stadt zu vereinbaren sind – deutlich zum Unmut des Verwaltungschefs, Mike Schmidt.

Wie die Verwaltung vorstellte, wurde der Bebauungsplan des Gewerbegebiets Gehrenbreite um einige Aspekte ergänzt. Dazu hatte die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der jüngste Umweltausschuss  geführt. Während ein extra angefügtes Lärmschutzgutachten sowie die Festlegung der Bebauungshöhen im ortsnahen Bereich auf zehn Meter und im ortsfernen Bereich auf zwölf Meter auf Zustimmung stießen, sorgte die Wahl der Ausgleichsflächen für Diskussionen im Ausschuss.

Flächen für Wohnungsbau vorgesehen

Die Verwaltung gab an, dass die Kompensation nicht ausreichend in dem Gewerbegebiet selbst erfolge kann und sich daher für zwei externe Flächen am östlichen Krater im Bereich der Kreuzung Drei Steine und am Horster Weg entschieden wurde. Dies sorgte jedoch vor allem bei der SPD-Fraktion für Unmut. „Der Bereich am Horster Weg wird aktuell auch bei der Wohnbauentwicklung diskutiert. Wenn wir ihn nun als eine Ausgleichsfläche einplanen, verhindern wird dort Wohnungsbau“, gab Ralph Tegtmeier zu bedenken. Aus Sicht der Fraktion wären beispielsweise die geplanten 25 Hektar, die im Bereich Waltringhausen gekauft werden sollen, eine bessere Wahl. 

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Annette Stang, Bauamtsleiterin, wies darauf hin, dass sich die Flächen in Waltringhausen nicht für die komplette Kompensation eignen und am Horster Weg keine Möglichkeiten verbaut würden. „Die angesprochene Fläche, wäre immer eine Abstandsfläche gewesen. Selbst wenn wir mit dem Wohnbau näher heranrücken, gäbe es kein Problem“, so Stang.

"Wir drehen uns im Kreis"

Zudem betonte sie, dass die Verwaltung aktuell keine andere Möglichkeit sehe, der Bebauungsplan aber bis Ende des Jahres rechtskräftig sein müsse, um Fördergeld zu erhalten. Dennoch ließ sich die SPD-´Fraktion nicht davon abbringen, einen Antrag auf Änderung zu stellen, sodass der Bebauungsplan nicht beschlossen werden konnte. Das erzürnte den Stadtdirektor. „So können wir uns von der Förderung verabschieden“, ärgerte sich Schmidt. Er gab zu Bedenken, dass Gutachten bestehen, die aufzeigen, dass aufgrund der Ausstrahlung der B65 im Bereich des Horster Weges nie ein Haus gebaut wird. „Wir drehen uns immer nur im Kreis“, machte der Verwaltungschef seinen Unmut deutlich.

Nicht im Kreis drehte sich der Ausschuss hingegen beim Gegenstück, der südlichen Gehrenbreite. Die Wahl der Ausgleichsfläche am östlichen Krater und die Festlegung der Bauhöhe auf zwölf Meter traf auf Zustimmung, sodass der Plan beschlossen wurde. von Isabell Remmers