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Bad Nenndorf Kurpark-Sanierung wird zum Mammutprojekt
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Kurpark-Sanierung wird zum Mammutprojekt
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00:19 22.07.2018
Blick vom Panoramaweg kurz hinter der Süntelbuchenallee in Richtung Cecilienhöhe: Die beiden von der B 65 getrennten Teile des Kurparks sollen besser verbunden werden.
Blick vom Panoramaweg kurz hinter der Süntelbuchenallee in Richtung Cecilienhöhe: Die beiden von der B 65 getrennten Teile des Kurparks sollen besser verbunden werden. Quelle: göt
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Bad Nenndorf

Die Sanierung des Bad Nenndorfer Kurparks ist ein Mammutprojekt. Doch nicht etwa, weil dort in der Tat einige nach urzeitlichen Rüsselwesen benannte Bäume zu finden sind, sondern weil sich die Stadt an der Stelle Enormes vorgenommen hat.

Entwicklungspotenzial an zahlreichen Stellen

„Um den Kurort in seiner Bedeutung zu stärken sowie das Naherholungsangebot und Image zu erhöhen“ soll der Kurpark im Rahmen des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts saniert werden. Wie berichtet, sind in der Bewerbung für ein Förderprogramm mehrere Vorschläge eingearbeitet, von denen die größte Maßnahme die Sanierung der Liegehalle ist. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Stellen, an denen Entwicklungspotenzial besteht.

Teile des Landschaftsparks und Sonnengartens, der Esplanade mit Kurpromenade und Zentralem Platz wurden vor einigen Jahren überarbeitet. Nun geht es primär um die sozusagen dahinter liegenden Bereich des Kurparks –  der Bereich hinter dem Schlösschen, zwischen Buchenallee und Galenberg, sowie die landwirtschaftlich genutzten Flächen Hinter dem Berge an der B 65 bis zum Erlengrund in Richtung Cecilienhöhe. Hier soll eine Verbesserung in den Randbereichen entstehen, wie Bauamtsleiterin Annette Stang erklärte.

Wege werden ausgebessert

Viele Vorschläge beziehen sich auf die Verbesserung der Wege. Eine Idee ist es, die Buchenallee umzugestalten. Dazu soll der Waldrand zurück gesetzt werden, um die historisch geprägten Einfahrtsituation zu verstärken. Zudem soll der Gehweg neu angelegt werden.

Darüber hinaus sind weitere Verbindungsstrecken in einem schlechten Zustand. An der Bubikopfallee und entlang des Nenndorfer Höhenweges sollen die Pfade saniert, einige Bäume gerodet und dafür neue gepflanzt werden. Bei wiederum einigen anderen Wegen stelle sich die Frage, ob sie wirklich gebraucht werden, erklärte Stang.

Die Jägerzäune sollen durch Metallzäune ersetzt werden.

Die Jägerzäune, die entlang einiger Straßen stehen, werden möglicherweise gegen historisch anmutende Metallzäune getauscht, um das Parkbild insgesamt stimmiger zu machen. Auch die Wiederherstellung von Sichtachsen spielt eine wichtige Rolle. So soll künftig die Sicht vom Galenberg bis hinunter zum Schlösschen frei sein.

Birken-, Borken- und Knüppelhäuschen

Die historischen Unterlagen verweisen außerdem auf verschiedene Bauwerke, die teilweise nicht mehr existieren. Auch diese Objekte sollen einbezogen werden. Auf der Wilhelmshöhe beispielsweise gab es das sogenannte Birkenhäuschen, das wieder errichtet werden könnte. An anderen Stelle standen früher das Borkenhäuschen, ein hölzerner Pavillion, sowie das Knüppelhaus. Beide wurden über die Jahre durch schlichte Schutzhütten ersetzt – womöglich wird dieser Vorgang nun wieder rückgängig gemacht.

Die Schützhütten, die vielerorts stehen, könnten durch Hütten nach historischem Vorbild ersetzt werden.

Zudem gibt es Stellen, dieverwildert sind – beispielsweise das Landgrafen-Denkmal, das revitalisiert werden soll. Auch die dorthinführende Treppe ist nicht mehr gut in Schuss.

Weiterer Ansatzpunkt ist die Nabu-Oase, die womöglich besser integriert und zudem vergrößert werden soll. Denkbar wäre unter anderem die Schaffung eines Lehrpfades. In das Konzept soll auch eine Machbarkeitsstudie für Querung der B 65 nach deren Ausbau. Schließlich übernimmt die Verbindung zwischen den beiden Kurparkteilen eine wichtige Funktion. Die Querung solle jedoch nicht nur funktional sein, sondern auch optisch ansprechend, betonte Stang.

Auch das Teichwäldchen direkt hinter der Überquerung ist Teil des Konzepts. Unter anderem soll die Holzbrücke saniert werden, außerdem könnte der Bereich mit Bänken ausgestattet werden. Aufnahme in das Konzept hat auch die Fußgängerunterführung der A 2 gefunden. Diese soll besser ausgeleuchtet werden. Angehen will die Stadt auch den Bereich um die Cecilienhöhe, beispielsweise die Zuwegung soll ausgebessert werden.
Eine weitere umfangreichere Maßnahme wäre die Erweiterung der Süntelbuchenallee bis hinunter zur B 65.

Bislang ist nichts in trockenen Tüchern

Aus den verschiedenen Ideen werden dann konkrete Vorhaben entwickelt – bislang ist keine der Maßnahmen in trockenen Tüchern. Die Stadt will sich dabei auch von einem Landschaftsarchitekten begleiten lassen. Sofern die Stadt den Zuschlag bekommt, kann die Gesamtsumme in Höhe von 4,5 Millionen Euro auf Maßnahmen verteilt werden. Falls der Antrag positiv beschieden wird, werden alle Vorschläge weiter ausgearbeitet und gehen schließlich zur Beratung in die politischen Gremien. göt