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Bad Nenndorf Mike Schmidt und Georg Hudalla: Stau-Virus infiziert Umland
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Mike Schmidt und Georg Hudalla: Stau-Virus infiziert Umland
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10:37 10.07.2019
Unfälle, Baustellen und Vollsperrungen belasten das Umland der A2.  Quelle: dpa
Nenndorf / Rodenberg

Einen zeitnahen Ausbau der Autobahn 2 fordern die Bürgermeister der beiden angrenzenden Samtgemeinden Rodenberg und Nenndorf. Im Gespräch mit dieser Zeitung haben beide auf die Dringlichkeit hingewiesen. Der Ausbau auf acht Spuren wird noch Jahrzehnte auf sich warten lassen.

„Uns trifft das hier immer in doppelter Hinsicht“, konstatierte Nenndorfs Samtgemeindebürgermeister Mike Schmidt. Zum einen seien die Unfälle eine hohe Belastung für die ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte. Dazu kommt die erhebliche Verkehrsproblematik sobald die Autos auf der A2 ins Stocken geraten. „Wenn die Autobahn hustet, dann werden die Samtgemeinden Nenndorf und Rodenberg krank“, sagte Schmidt. Seiner Ansicht nach kämen einige Unfälle auch gerade wegen der Dreispurigkeit zustande, weshalb eine Verbreiterung in der Hinsicht zu einer Verbesserung führen könnte.

B65 längst über Leistungspunkt hinaus

„Passieren muss da auf jeden Fall etwas“, sagte er. Denn dazu gesellt sich auch die Problematik auf der Bundesstraße 65. Die Straße und besonders der Knotenpunkt seien längst über ihren Leistungspunkt hinaus.

„Wir brauchen die Entlastung“, so der Nenndorfer Verwaltungschef. „Der Ausbau der A2 dauert noch ewig, auf der B 65 passiert die nächsten zehn Jahre auch nichts“, rügte er. Dies sei „eigentlich auch unverantwortlich“. Da noch nicht einmal die Planung begonnen habe, sei die Realisierung auch noch Jahrzehnte entfernt.

Autobahn 2 bringt Freud und Leid

Grundsätzlich sei die Autobahnnähe ein zweiseitiges Schwert. Einerseits gibt es den großen infrastrukturellen Vorteil, verkehrstechnisch gut angebunden zu sein. „Aber man kriegt auch den ganzen Verkehr ab, wenn etwas nicht so funktioniert, wie es funktionieren soll“, sagte Schmidt.

Die A2 sei eine der meist befahrenen Autobahnen Europas, ergänzte Rodenbergs Verwaltungschef Georg Hudalla. Die Infrastruktur habe wirtschaftlich auch eine große Bedeutung für die Region. Die Magistrale sollte deshalb nicht nur als Problem, sondern auch als Chance gesehen werden. „Ein Leben ohne die A2 in ihrer Funktion wäre nicht mehr möglich, dann müssten wir den Laden zumachen“, sagte Hudalla.

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Hudalla: Über Geschwindigkeitsbegrenzungen nachdenken

Gerade wegen der wirtschaftlichen Nutznießung müsse die A2 auch die Aufgaben erfüllen, die sie hat – „nämlich den Verkehr aufzunehmen“, so Hudalla. Und zwar bestenfalls mehr als 100 Prozent, sprich: Sie müsste großzügiger ausgelegt werden, als es im ersten Moment als notwendig erscheint. Was genau das für die Umsetzung heißt, hätten Ingenieure zu entscheiden.

Hudalla sieht darüber hinaus aber auch eine Notwendigkeit darin, künftig über grundsätzliche Geschwindigkeitsbegrenzungen nachzudenken. Weil sich dann die Abstände zwischen Autos verringern, würde die Kapazität der Strecke steigen. Auch würde es zu einer Lärmreduktion kommen. „Ich kann es überhaupt nicht verstehen, warum das nicht als Schwerpunkt gesetzt wird“, fasste Hudalla zusammen. Und weiter: „Hier gilt es, sofort tätig zu werden.“

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von Andrea Göttling