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Bad Nenndorf Mit Polizeigeleit in die Schule: Nenndorfer Erstklässer versteckt sich im Busch
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Mit Polizeigeleit in die Schule: Nenndorfer Erstklässer versteckt sich im Busch
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07:29 22.08.2019
Polizisten kontrollieren jetzt verstärkt an den Grundschulen. Dabei fiel ihnen ein Erstklässler auf, der nicht mehr wusste wo sein Klassenraum war.  Quelle: Symbolbild, dpa
Bad Nenndorf

Eine ernüchternde Bilanz hat der Kontaktbeamte Jürgen Henze zur Verkehrssituation rund um die Grundschule Bad Nenndorf nach den ersten Schultagen gezogen. Und das, obwohl im Vorfeld sogar auf die verstärkte Polizeipräsenz hingewiesen worden war. Der Fall eines ängstlichen Erstklässlers ging dem Beamten besonders zu Herzen.

Insgesamt seien bei den Autofahrern weniger Fehlverhalten zu beobachten gewesen als im Vorjahr, sagte Henze. Dennoch habe er an gerade einmal zwei Tagen mehr als ein Dutzend Verwarnungen ausgesprochen – und zwar alleine rund um die Berlin-Schule in Bad Nenndorf. Kollegen hätten parallel in Haste und Lauenau einen Blick auf die Situation gehabt. Sowohl Kinder als auch die Fahrer seien teilweise nicht angeschnallt gewesen. Der Unterschied zwischen Halten und Parken sei von einigen noch ebenfalls nicht ganz vergegenwärtigt worden.

Junge hatte vergessen, wo seine Klasse ist

Zudem erinnerte Henze daran, dass vor Schulen und Kindertagesstätten Tempo 30 gilt. Er kündigte an, dass die Polizei verstärkt die Geschwindigkeiten messen werde. Auch werde er ab der kommenden Woche kein Verständnis mehr zeigen, sondern Missetätern direkt Bußgelder aufbrummen.

Eine traurige und bislang für ihn beispiellose Geschichte erlebte Henze zudem am Montag, also dem ersten Schultag für die Abc-Schützen. „Ich hörte jemanden wimmern und weinen“, schilderte er. Nach kurzer Suche fand er einen kleinen Jungen, der sich hinter einem Zaun unter einem Busch versteckt hatte. Er hatte offenbar alles vergessen – wo sein Klassenraum ist, wie sein Lehrer heißt. Außerdem sorgte er sich, ob er womöglich etwas zuhause vergessen haben könnte.

Kinder zu Fuß zur Schule begleiten

Der Erstklässler erfuhr am eigenen Leib, dass der Spruch, die Polizei sei Freund und Helfer, nicht bloß eine Plattitüde ist. Zusammen mit Henze fand er seinen Klassenraum. „Als er dort angekommen war, war auch alles wieder gut“, sagte der Polizist. Er appelliert in diesem Zuge an Eltern, den Kindern nicht nur einen physisch sicheren Schulweg zu ermöglichen, sondern ihnen auch emotionale Sicherheit mit auf den Weg zu geben – also die Kinder anfangs zu Fuß bis zu Schule zu begleiten, mit ihnen zu üben und keinen Druck aufzubauen, dass sie bloß nichts vergessen dürften. Die ersten Tage seien schließlich so schon aufregend genug. von Andrea Göttling

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