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Bad Nenndorf Mitläufer für dreieinhalb Monate
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Mitläufer für dreieinhalb Monate
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15:28 04.05.2017
Hundehalter müssen ihre Vierbeiner derzeit an der Leine halten. Quelle: dpa
Bad Nenndorf

Bis zum 15. Juli dauert die Brut- und Setzzeit noch, begonnen hat sie bereits am 1. April. Wildtiere sind bis zum Ende dieser Periode auf Partnerschau und suchen sich Rückzugsräume, in denen sie ihre Jungen zur Welt bringen beziehungsweise ausbrüten und aufziehen können. Es handle sich um „eine Zeit größten Stresses“ für die Tiere. Schutzbedürftig seien vor allem Vögel.
Jede Störung in dieser Phase führt Schwöbel zufolge zu Angst, sodass Vögel ihre Gelege verlassen. Kommt das Muttertier zu spät zurück, ist die Brut bereits dahin. Auch könnten Fressfeinde sich an den Eiern bedienen. Für Jungtiere birgt das temporäre Fernbleiben der Eltern auch Stresspotenzial.

„Jungtiere brauchen Eltern“

„Die Jungtiere brauchen ihre Eltern, um zu lernen. Sie brauchen Ruhe und Nahrung“, betonte Schwöbel. Denn der Nachwuchs könne noch nicht wie die erwachsenen Tiere vor Gefahren fliehen. Je häufiger Gelege allein seien, weil die Elterntiere beispielsweise von freilaufenden Hunden verjagt werden, desto größer sei die Gefahr, dass der Nistvorgang misslingt.
„Ich denke, man sollte darauf einfach 'mal Rücksicht nehmen. Es geht letztlich um dreieinhalb Monate“, so Schwöbel.
Heinrich Steding (CDU) fragte, wie lang eine Hundeleine sein darf. Schwöbel: „20 Meter, das macht keinen Sinn. Fünf Meter vielleicht.“ Es gehe aber auch nicht darum, den Hunden die Bewegung zu rauben. Er riet Hundebesitzern dazu, mehr mit ihren Tieren mitzulaufen, die Bewegung tue schließlich nicht nur den Vierbeinern sondern auch den Herrchen gut. Joggen, Fahrradfahren und Inline-Skaten seien Möglichkeiten. Da der Experte die Bedeutung von Insekten für die Ernährung von Jungvögeln unterstrichen hatte, riet Martina Müller (WGN) dazu, in Brutzonen Insektenhotels zu platzieren, was Schwöbel aber nur bedingt hilfreich fand. gus