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Bad Nenndorf „Nonplusultra“ statt Asbest
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf „Nonplusultra“ statt Asbest
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14:23 23.08.2013
Enzo Kunz (links) und ein Kollege bringen die neue Dachpappe an.
Enzo Kunz (links) und ein Kollege bringen die neue Dachpappe an. Quelle: on
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Bad Nenndorf. Die Frontpartie und die Seiten des Daches sind bereits abgedeckt, mit größter Vorsicht. Denn die dunklen Schindeln, mit denen die Kuppel und die Schrägen bedeckt sind, enthalten Asbest. Deshalb wird dieser Teil der umfänglichen Renovierungsarbeiten am Kolonnadenhaus auch von einer Fachfirma erledigt. Die Arbeiter, die diese Aufgabe übernehmen, tragen weiße Vollschutzanzüge und Mundschutz, denn gerade der Asbeststaub ist gefährlich. Die mikroskopisch kleinen Fasern des Dämmmaterials dürfen nicht in die Lunge geraten, sonst können sich Krebsgeschwüre bilden.

Die gewerblichen Mieter können während der Arbeiten am asbesthaltigen Dach ihre Läden nicht öffnen (wir berichteten. Doch eine einvernehmliche Lösung sei gefunden worden, hieß es unlängst aus der Verwaltung.
Als Ersatz für die asbesthaltigen Schindeln wird eine eher seltene Dachverkleidung verwendet: Naturschiefer. „Das ist das Nonplusultra“, sagte Dachdecker Enzo Kunz vor Ort zu dieser Zeitung. Die Arbeiten am Dach seien nicht gerade einfach, so ansehnlich es sei, so kompliziert seien auch die Arbeiten, allein schon im Hinblick auf die Statik des Baugerüsts.

Denn die starke Neigung, die Kuppeln und vor allem die Erker des Daches machten in manchen Fällen das Arbeiten direkt vom Gerüst aus unmöglich. Die Arbeiter müssten teilweise auf Querbalken stehen, um an manche Bereiche des Daches zu kommen, bis sie zum Anbringen der neuen Dachpappe die Nagelpistole aufsetzen können.

Zusätzlich zur neuen Dachpappe ist auch das Gebälk des Daches umfassend ausgetauscht worden. Ein großer Container vor dem Gebäude ist mit den ungefährlichen Reststoffen bis zum Rand gefüllt. Das Ganze Gebäude soll später auch energetisch saniert werden.

Insgesamt werden in das Kolonadengebäude rund eine Viertelmillionen Euro investiert. Die EU beteiligt sich an den Arbeiten im Sinne des Denkmalschutzes mit knapp 42 000 Euro aus dem Leader-Programm, der Landkreis gibt 13000 Euro hinzu. Die Stadt Bad Nenndorf investiert 105 000 Euro, und das Land Niedersachsen übernimmt aufgrund der Asbestbelastung die Dacharbeiten mit 95 000 Euro. Dies war vereinbart worden, als die Stadt das Kolonnadenhaus im Zuge der Teilkommunalisierung in Besitz nahm. on