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Bad Nenndorf Probleme bei der Post
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Probleme bei der Post
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00:16 13.05.2017
Die Post kommunizierte in dieser Woche über handschriftliche Aushänge mit ihren Kunden. Auf anderem Weg wurde die Nachricht der vorübergehenden Schließung nicht verbreitet. Quelle: wil
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Bad Nenndorf

Was den Kunden vor der Postfiliale geboten wurde, grenzte an Klamauk. „Montag, den 8.5.17, voraussichtlich wegen Personalknappheit geschlossen“ stand auf einem Zettel, den jemand wohl bereits am Wochenende an die Glastür am Eingang geklebt hatte. Am Dienstag bappte dort ein weiterer Zettel mit den Worten „heute auch geschlossen“.

Im Laufe des Vormittags fühlte sich dann wohl jemand bewogen, das Ganze zu präzisieren und tauschte die Aushänge gegen einen neuen aus. Darauf stand zum einen, dass die Filiale noch bis Mittwochmittag geschlossen sein würde und dass die Kunden in Rodenberg einen geöffneten Post-Schalter finden. Allerdings ist der Bad Nenndorfer Schalter mittwochs ohnehin nur bis mittags geöffnet.
Eine Presseanfrage vom Montag beantwortete die Post überhaupt nicht. Erst auf Nachhaken am Dienstag erklärte eine Sprecherin, dass die Postbank für den Filialbetrieb zuständig ist. Die folgende Anfrage bei der Postbank ergab, dass kurzfristige Erkrankungen zu Personalausfällen geführt haben.

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Es sei nicht gelungen, die erkrankten Arbeiter durch Springer zu ersetzen, sodass sich die Postbank zur Schließung entschied. Nach Angaben von deren Sprecher, Ralf Palm, soll die Filiale am heutigen Donnerstag wieder geöffnet sein. Die Postfachanlage im Eingangsbereich sei für die Mieter durchgängig zugänglich geblieben. Dazu, wie solche Engpässe künftig vermieden werden könnten, äußerte sich Palm nicht.

Handlungsspielraum gering

Ein Anwohner des Wilhelm-Busch-Wegs klagte gegenüber dieser Zeitung zudem über erheblich verspätete Postsendungen. Erst im vergangenen Herbst hatte es derartige Beschwerden bereits über den Bereich Hinter den Höfen und Lise-Meitner-Weg gegeben. Die damalige Erklärung: Personalprobleme.

Post-Pressesprecher Jens-Uwe Hogardt bestreitet, dass es jetzt zu mehrtägigen Verspätungen gekommen ist. In dem Bereich sei zuletzt ein Vertreter tätig gewesen, der teilweise wegen Überschreitung der täglichen Höchstarbeitszeit Sendungen erst am folgenden Tag zustellen konnte. Mittlerweile sei der Stamm-Briefträger aber wieder im Einsatz.

Die mehrtägige Schließung der Postfiliale bedauert Hogardt. Sein Unternehmen stehe mit der Postbank in Gesprächen, um derlei Unannehmlichkeiten künftig zu vermeiden. Allerdings sei der Handlungsspielraum für die Post gering.

Eigenes Personal könne das Unternehmen nicht abstellen, um den Engpass bei der Postbank zu kaschieren. Pakete konnten Post-Kunden seiner Darstellung nach während der Schließung auch bei zwei DHL-Shops in Nenndorf verschicken. gus