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Bad Nenndorf Rewe wehrt sich gegen Abzocke-Vorwürfe
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Rewe wehrt sich gegen Abzocke-Vorwürfe
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22:01 18.12.2018
Die neuen Schilder sind eine Reaktion auf die Dauerparker während des Weihnachtsmarktes. Kleines Bild: Auch bei den Fahrradständern wird es manchmal eng, weil dort nicht nur Kunden ihre Drahtesel abstellen.Fotos: Wil, gus
Die neuen Schilder sind eine Reaktion auf die Dauerparker während des Weihnachtsmarktes. Kleines Bild: Auch bei den Fahrradständern wird es manchmal eng, weil dort nicht nur Kunden ihre Drahtesel abstellen.Fotos: Wil, gus
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BAD NENNDORF

Betreiberin Marén Hünecke versichert, dass ihre Kunden unbehelligt bleiben.

Das war passiert: Am Samstagvormittag wurden zunächst Hinweisschilder an dem Parkplatz installiert, die Autofahrer auf die Gefahr hinwiesen, dass Dauerparker abgeschleppt werden. Und dann legte ein Unternehmen auch gleich damit los, Autos zu entfernen. In den sozialen Netzwerken entbrannten Diskussionen um vermeintliche Abzocke, denn die Zeitspanne zwischen dem Aufstellen des Schildes und dem ersten Abschleppen war einigen Beobachtern allzu kurz.

Abgeschleppt wird nur in Extremfällen

Doch Hünecke stellt den Hergang anders dar. Sie habe bereits früher in Extremfällen den Abschleppdienst gerufen. Von einer neuen Regel könne also keine Rede sein. Und in diesem Fall sah sie sich gewissermaßen zum Einschreiten gezwungen, denn es handelte sich bei den abgeschleppten Wagen um Fahrzeuge von Weihnachtsmarktbeschickern, die seit dem Vortag ununterbrochen Stellplätze blockierten, die eigentlich ihren Kunden vorbehalten sind. „Irgendwann muss ich auch mal handeln“, sagt Hünecke.

Mit mehreren Schildern weist Rewe die Autofahrer zudem auf die Höchstparkdauer von einer Stunde hin – inklusive Abschlepp-Hinweis. Die zusätzlichen Tafeln sollen ihnen nur noch deutlicher vor Augen führen, was ihnen blüht, wenn sie ihre Fahrzeuge erheblich länger dort stehen lassen. Die Tafeln habe das Unternehmen gleich mitgebracht. Hünecke ist felsenfest davon überzeugt, dass noch nie ein Kundenfahrzeug abgeschleppt wurde. Knöllchen – wie bis vor kurzem bei Penny – verteile auf ihrem Parkplatz auch niemand. „Wenn da mal jemand etwas länger steht als eine Stunde, würden wir nie etwas sagen“, betont sie.

Ihr gehe es um die allzu dreisten Dauerparker – übrigens gilt dies auch für Radfahrer, die ihre Drahtesel in der Box auf dem Parkplatz abstellen und dann an der benachbarten Haltestelle in einen Bus steigen. Apropos Bus: Selbst Reisebusse haben ihren Parkplatz bereits blockiert, wie Hünecke erzählt.

Auch bei den Fahrradständern wird es manchmal eng, weil dort nicht nur Kunden ihre Drahtesel abstellen.

Sie sieht sich auch häufig ungerechtfertigter Kritik ausgesetzt. Immer wieder werde behauptet, dass der Rewe-Parkplatz in Teilen öffentlich ist. Das stimme nicht. Die Stellflächen der Stadt befinden sich Hünecke zufolge auf dem oberen Parkdeck, also bei der Polizei und dem italienischen Restaurant.

Die unteren Stellflächen seien sämtlich für Rewe-Kunden gedacht. „Ich bin auf die Parkplätze angewiesen, ich muss auch Miete bezahlen“, sagt Hünecke. Außerdem gebe es im Markt oft Beschwerden von Kunden über die Enge auf dem Parkareal. Daher stehe sie dazu, extreme Dauerparker abschleppen zu lassen. Von Guido Scholl