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Bad Nenndorf Sammelunterkunft am Harrenhorst bleibt
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Sammelunterkunft am Harrenhorst bleibt
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00:24 18.03.2018
Das ehemalige Paulus-Preatorius-Stift muss ein weiteres Jahr als Flüchtlingsunterkunft dienen.
Das ehemalige Paulus-Preatorius-Stift muss ein weiteres Jahr als Flüchtlingsunterkunft dienen. Quelle: gus
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Bad Nenndorf

Der Landkreis Schaumburg mietet das ehemalige Pflegeheim an der Straße Harrenhorst für ein weiteres Jahr, um dort Flüchtlinge und Migranten unterzubringen. Dies erklärte Kreis-Pressesprecher Klaus Heimann auf Anfrage dieser Zeitung. In der Nachbarschaft der Sammelunterkunft werde die Situation mit Sorge wahrgenommen, doch der Landkreis sei auf die Kapazitäten angewiesen.

Lieber heute als morgen würde Heimann auf die zweite Sammelunterkunft in Bad Nenndorf verzichten, aber die zuletzt wieder angestiegenen Flüchtlingszahlen ließen nicht zu, den Harrenhorst aufzugeben. Daher habe der Landkreis das Gebäude von der Sparkasse noch einmal gemietet. Seit zwei Jahren bereits lief ein erster Mietvertrag. Schon aus Kostengründen wäre ein Stopp für den Landkreis wünschenswert gewesen.

100 Flüchtlinge an der Horster Straße

Doch auch die zweite, etwas größere Sammelunterkunft für Asylbewerber an der Horster Straße ist derzeit beinahe voll. Gut 100 Flüchtlinge sind dort aktuell wohnhaft, maximal könnten es 125 sein. Heimann bittet alle Beteiligten und Betroffenen um Verständnis, dass bis auf Weiteres keine anderen Lösungen möglich sind, als beide Einrichtungen weiter zu betreiben.

Heimann ist indes kein problematischer Zustand in deren Umfeld bekannt. Auch Angriffe auf die Heime an der Horster Straße und am Harrenhorst hat es nicht gegeben. Was die Anwohner stören könnte, sind aber die vielen Fehlalarme wegen Lappalien wie angebranntem Essen. Erst in dieser und der vergangenen Woche hatte es jeweils einen solchen Einsatz für die Bad Nenndorfer Feuerwehr gegeben.

Große Gebäude mit mehreren Wohnungen

Für die Anwohner am Harrenhorst ist die momentane Situation aber womöglich auch nur der Übergang zu einem richtungsweisenden Planungsschritt: Die Sparkasse möchte über eine eigene Immobiliengesellschaft eine Veränderung auf dem Areal des früheren Paulus-Praetorius-Heims herbeiführen. Große Gebäude mit mehreren Wohnungen würden den Plänen zufolge entstehen.

Auch dagegen hatte sich in einer Sitzung des Bauausschusses der Kurstadt vor Jahresfrist bereist Widerstand geregt. Zu hoch und zu nah an den Grenzen wären die Häuser. Zu zahlreich waren manchen Kritikern auch die zusätzlichen Wohnungen – schließlich führe dies auch zu mehr Autoverkehr.

Dies nahmen die Politiker zur Kenntnis und gaben die Pläne zurück zum Investor. Seither herrscht Ruhe in dieser Sache – möglicherweise ein Grund für die Sparkasse, das alte Gebäude erneut für ein Jahr lukrativ zu vermieten. gus