So soll bei Waltringhausen ein neues Baugebiet entstehen
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Bad Nenndorf So soll bei Waltringhausen ein neues Baugebiet entstehen
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf So soll bei Waltringhausen ein neues Baugebiet entstehen
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13:38 18.11.2019
Auf dem Acker nördlich der Maschstraße soll ein kleines Neubaugebiet entstehen. Das Pumpenhäuschen am linken Bildrand bleibt unangetastet. Daneben könnte ein Mehrfamilienhaus entstehen. Quelle: gus
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Waltringhausen

Die Zielfläche befindet sich im Winkel der Ortsdurchfahrt und der Maschstraße. Sechs Einfamilienhäuser und ein Doppelhaus oder gar Mehrfamilienhaus könnten auf dem Areal entstehen. Auch wenn das Vorhaben in einem beschleunigten Verfahren auf die Reise geschickt werden soll und eine Umweltprüfung nicht vorgeschrieben ist, können Naturschutzbelange nicht ausgeklammert werden, wie Architekt Ivar Henckel betonte.

Feldlerche und Rebhuhn umsiedeln

Unter anderem muss auf den Aspekt Artenschutz eingegangen werden. Es habe mehrere Begehungen des Bereichs gegeben. Dabei wurden stark gefährdete Arten wie Feldlerche und Rebhuhn festgestellt. Für diese müssen Ersatzareale als Öko-Kompensation geschaffen werden. Eine landwirtschaftliche Fläche in der Nähe soll in eine Brache umgewandelt werden.

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Die zusätzliche Versiegelung des jetzigen Ackerbodens muss ökologisch vom Gesetz her zwar nicht aufgewogen werden. Ein Grünstreifen soll das Baugebiet im Norden aber dennoch abschließen, mindestens eine zweireihige Hecke ist darauf geplant. Diese wiegt den Eingriff in die Natur Henckel zufolge vollends auf.

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Ein Regenrückhaltebecken ist aufgrund der geringen Größe der Neubaufläche nicht nötig. Die Entwässerung wird dezentral mit Mulden auf den einzelnen Grundstücken realisiert. Ein kleines Pumpenhäuschen an der Stelle, wo die Maschstraße in die Ortsdurchfahrt einmündet, bleibt unverändert bestehen.

Maximale Firsthöhe 12 Meter

In dem Baugebiet sind auf den meisten Grundstücken nur eingeschossige Häuser zuzüglich Dachgeschoss zulässig. Die maximale Firsthöhe beträgt dort zwölf Meter, was sich Henckel zufolge harmonisch in die Bebauung der Umgebung einpasst. Auf die Option Mehrfamilienhaus am östlichen Rand des Baugebiets wurde nicht weiter eingegangen. Dachziegel müssen rot, orangefarben, braun oder anthrazitfarben sein.

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Die Maschstraße bleibt unverändert, wie Henckel auf Nachfrage Bernd Reeses (Grüne) erklärte. Der Ratsherr plädierte für einen weiteren Fußweg an der Nordseite, was Samtgemeindebürgermeister Mike Schmidt ablehnte. Michael Kosian (WGN) wies auf die Nähe des bei Hochwasser stark belasteten Büntegrabens hin.

"Schöne Entwicklung für Waltringhausen"

Ralph Tegtmeier (SPD) monierte, dass die Doppelhecke auf Teilen der Privatgrundstücke wachsen soll. Es sei zu befürchten, dass die Bewohner die Gehölze entfernen und die Bereiche „in Steinwüsten“ verwandeln. Er regte einen städtebaulichen Vertrag an, der den Erhalt der Hecke festlegt.

All diese Inhalte müssen bei der für das Baugebiet nötigen Bebauungsplanänderung berücksichtigt werden. Dieses Änderungsverfahren brachte der Bauausschuss nun auf den Weg. Alle politischen Lager lobten die vorgestellten Pläne. „Das ist eine schöne Entwicklung für Waltringhausen“, sagte Wilhelm Biesterfeld (CDU).

Von Guido Scholl

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