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Bad Nenndorf Sprachkurs für Willkommene existiert seit vier Jahren
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Sprachkurs für Willkommene existiert seit vier Jahren
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16:32 28.11.2018
Beim Sprachkurs für Willkommene lernen Menschen unterschiedlichster Herkunft und Religion gemeinsam Deutsch.
Beim Sprachkurs für Willkommene lernen Menschen unterschiedlichster Herkunft und Religion gemeinsam Deutsch. Quelle: pr.
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Bad Nenndorf

Sie kommen aus der Ukraine, Afghanistan, den USA, Eritrea, Syrien oder Vietnam. Sie haben ihre Wurzeln in Somalia, in Sri Lanka, Peru, dem Sudan, der Elfenbeinküste oder dem Irak. Und sie haben eine Sache gemeinsam: Sie treffen sich zweimal pro Woche in Bad Nenndorf, um gemeinsam die deutsche Sprache zu lernen.

Deshalb wurde der Sprachkurs ins Leben gerufen

Jeden Dienstag und Donnerstag finden sich in den Räumen des Mehrgenerationenhauses „Vereinsheim“ an der Bad Nenndorfer Bahnhofstraße in der Zeit von 10 bis 12 Uhr Menschen unterschiedlicher Nationalität, Hautfarbe und Glaubensrichtung zusammen. Sie alle eint der Wille, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern – und nicht zu vergessen der Wunsch nach Vielfalt, Toleranz und gegenseitigem Respekt.

Der Sprachkurs für Willkommene, wie die wöchentlichen Treffen offiziell heißen, wurde ins Leben gerufen, weil es im Oktober 2014 und auch in den Monaten danach kein vergleichbares Angebot in der Kurstadt oder in der näheren Umgebung gab, um Zuwanderern einen auf sie zugeschnittenen Zugang zur deutschen Sprache zu ermöglichen.

Die Teilnahme ist kostenlos. Vor allem Geflüchtete nehmen an den Treffen teil. Aber auch Menschen, die bereits viele Jahre vor der sogenannten Flüchtlingskrise in dieses Land gekommen sind und ihre Deutschkenntnisse weiterhin verbessern wollen, können daran teilnehmen. Ob es sich um Analphabeten oder Hochschulabsolventen handelt, spielt dabei kaum eine Rolle.

Es weder um Zertifikate noch um Noten

Das Angebot wurde von der Bad Nenndorferin Vera Winkler erdacht und lebt von Bürgern, die in ihrer Freizeit ehrenamtlich Sprachunterricht geben. Aktuell unterrichten 15 „Lehrer“, darunter vier Pädagogen im Ruhestand, durchschnittlich rund 25 Schüler in insgesamt vier Gruppen.

Dabei erhebt der Sprachkurs für Willkommene laut Auskunft der Organisatoren nicht den Anspruch eines straff strukturierten Schulbetriebs. Es geht bei den Treffen ebenso wenig darum, Sprachzertifikate zu erwerben. Außerdem unterscheidet sich der Unterricht von verpflichtenden Integrationskursen darin, dass die Teilnahme komplett freiwillig ist.

Angebot geht über den Sprachunterricht hinaus

Ein solches Angebot kommt natürlich nicht ohne Unterstützer aus. Die Kosten für das Lehrmaterial, vom Bleistift, über Bücher, bis hin zur Tafel, werden durch Spendengeldern gedeckt. Außerdem engagieren sich die Godehardi-Gemeinde Bad Nenndorf und das Kirchenamt Wunstorf als Förderer.

Wie von selbst ergeben sich aus dem Unterricht Aufgaben, die über das bloße Vermitteln der deutschen Sprache hinausgehen. Und so werden die Teilnehmer auch bei notwendigen Behördengängen unterstützt. Auch bei ihrem Kontakt zu Schulen, Kindergärten, Banken, Ärzten, Vermietern und zu Arbeitgebern gibt es Hilfe. r, lht