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Bad Nenndorf Steigende Mieten: Kurstädtler müssen mehr berappen
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Steigende Mieten: Kurstädtler müssen mehr berappen
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21:10 29.01.2019
Wer keine kleine bezahlbare Wohnung in der Kurstadt findet, schaut sich außerhalb von Bad Nenndorf danach um. Quelle: göt
Bad Nenndorf

Aufschluss darüber gibt der Grundstücksmarktbericht 2018.

Dieser wird jährlich von der der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften Hameln – Katasteramt Rinteln – erstellt. Zugrunde gelegt sind jeweils die Kaltmieten. Einen offiziellen Mietspiegel für die Samtgemeinde gibt es nicht.

Mindestens zehn Cent teurer

In der Bauepoche ab 1995 kosten Wohnungen pro Quadratmeter in Bad Nenndorf durchschnittlich 6,30 Euro. Zwischen 2017 und 2018 stagnierte dieser Wert. In den übrigen Nenndorfer Gemeinden liegt er derzeit bei 5,50 Euro. Zum Vergleich: In Bückeburg, Rinteln und Stadthagen kostet der Quadratmeter in der gleichen Kategorie 2018 jeweils 6,20 Euro.

In Häusern, die zwischen 1971 und 1994 gebaut wurden, kosten mittelgroße Wohnungen in der Stadt Bad Nenndorf pro Quadratmeter 5,80 Euro. 2017 lag dieser Wert ebenfalls bei 5,80 Euro. 2016 kostete der Quadratmeter noch 5,50 Euro. In den Ortsteilen wird 2018 nur ein Betrag von 4,70 Euro fällig. In Bückeburg sind es 5,50 Euro, in Rinteln 5,10 Euro und in Stadthagen 5,40 Euro.

Preissteigerungen in letzten Jahren

Auch die einschlägigen Immobilien-Internetportale bieten eine Übersicht über die eingestellten Wohnungspreise. Bei der Plattform Immowelt lässt sich eine große Preissteigerung bei den Inseraten der zurückliegenden Jahre erkennen. Waren es im Dezember 2016 noch zwischen 4,82 bis höchstens 5,85 Euro pro Quadratmeter, stieg der Wert ein Jahr später bereits auf 6,61 bis 6,79 Euro. Im November 2018 wurden zwischen 4,95 und 8,63 Euro pro Quadratmeter erhoben.

Beliebter Wohnort

Bad Nenndorf ist als Wohnort sehr beliebt“, sagt Kreissprecher Klaus Heimann. Dafür sieht er multiple Gründe – angefangen bei der Nähe zu Hannover, dem Kur-Status der Stadt bis hin zu der guten Verkehrsanbindung mit Bahnhof, B65 und Autobahn.

Nenndorfs Samtgemeindebürgermeister Mike Schmidt nennt die gleichen Gründe. Er ergänzt aber die Punkte Naherholung, Veranstaltungen, Ärzteversorgung, Schulen und Kinderbetreuung. „Wir sorgen für die Rahmenbedingungen. Dafür geben wir viel Geld aus“, sagt Schmidt.

Neubaugebiet in Planung

Das Wohnraumversorgungskonzept zeigt, dass es zu wenige Wohnungen mit etwa 60 Quadratmetern in Bad Nenndorf gibt. Auch hier soll 2019 angesetzt werden. In einem möglichen Neubaugebiet sollen Gebäude mit bezahlbaren Mietwohnungen in der Bauleitplanung vorgegeben werden. Bezahlbarer Mietwohnraum sei aber keinesfalls mit sozialem Wohnungsbau gleichzusetzen, wie Schmidt betont. Als Beispiel nennt er die Mehrfamilienhäuser mit sechs bis acht Parteien am Rande des Hohefeldes.

Von Andrea Göttling