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Bad Nenndorf Verbotener Griff ans Hinterteil im Jugendzentrum: Urteil gesprochen
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Verbotener Griff ans Hinterteil im Jugendzentrum: Urteil gesprochen
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00:20 24.03.2019
Symbolbild Quelle: dpa
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Bad Nenndorf/Stadthagen

Weil er eine 14-Jährige im Jugendzentrum (Juz) in Bad Nenndorf bedrängt hatte, ist ein inzwischen 23-jähriger Asylbewerber zu einer viermonatigen Bewährungsstrafe und gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Ereignet hatte sich der Vorfall, der jetzt erst vor dem Amtsgericht Stadthagen verhandelt wurde, bereits vor rund einem Jahr.
Der Tat beschuldigt wurde ein afghanischer Asylbewerber, wie Amtsgerichtssprecher Kai Oliver Stumpe gegenüber dieser Zeitung erklärte. Er habe zusammen mit drei Mädchen im Alter von damals 14 und 15 Jahren in der Einrichtung der Samtgemeinde Nenndorf Billard gespielt.

Im Zuge der Vernehmungen der Beteiligten stellte sich die Situation wie folgt dar: Eines der Mädchen stachelte den damals 22-Jährigen an und fragte, wie ihm ihre Freundin gefalle. Der junge Mann habe sich nur rudimentär auf Deutsch verständigen können. Schließlich drängten zwei der Mädchen den Asylbewerber und besagte Freundin in eine Toilettenkabine und schlossen die Tür.

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Missverständnis führt zu Übergriff

Der junge Mann habe dies als Aufforderung verstanden, sagte Stumpe. Er habe der 14-Jährigen eine Hand auf den Hintern gelegt und versucht sie zu küssen. Das Mädchen habe geschrien und sich gewehrt, woraufhin der Mann die Tür der Toilette öffnete und sie hinausgehen ließ. Daraufhin sei der Leiter der Jugendpflege-Einrichtung informiert worden.

Der Asylbewerber erklärte sein Verhalten später damit, die Situation falsch verstanden zu haben. Stumpe spricht zwar von „besonderen Umständen“, dennoch hätte sich der Beschuldigte nicht darauf einlassen dürfen. „Er darf als erwachsener Mann auf so etwas nicht eingehen“, befand der Richter.

Bewusste Einbindung in Integrationsarbeit

Wegen eines sexuellen Übergriffs verurteilte ihn das Amtsgericht nun zu einer viermonatigen Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf Bewährung, sowie zu 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Dass ein 23-jähriger Mann überhaupt das Jugendzentrum aufsuchte, hängt laut Stumpe mit einem Mangel an Beschäftigungsmöglichkeiten zusammen. Von dem Gebäude halte sich der junge Mann seitdem freiwillig fern.

Das Nenndorfer Jugendzentrum wird jedoch bewusst in die Integrationsarbeit junger Asylbewerber eingebunden. So ist es auch an einem Fußball-Angebot im VfL-Dorado beteiligt. göt