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Bad Nenndorf VfL darf nur auf dem Sportplatz feiern
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf VfL darf nur auf dem Sportplatz feiern
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17:41 04.08.2010
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Beim VfL herrscht ein wenig Kopfschütteln über die Flut an Vorgaben, die aus dem Kreishaus in der Geschäftsstelle eingegangen sind Unter dem Titel „Bad Nenndorf bewegt sich - Sportler gegen Rassismus und Gewalt“ hatte der Klub seine Aktion kurz und knapp auf einer Seite angemeldet. Zurück kam eine siebenseitige Genehmigung.
Darin lehnt es der Landkreis ab, dass der Verein sich auf dem Rasen vor der Sporthalle tummelt. Der Haupteingang zur Bahnhofstraße wird weiträumig eingezäunt, die Teilnehmer dürfen das Gelände nur über den Hintereingang am Gymnasium betreten und verlassen. Auch die Lautsprecheranlage ist nach Westen zum Haster Bach auszurichten. Musik darf nur eingeschränkt zu hören sein, noch dazu in geregelter Lautstärke. Maximal 70 Dezibel sind an den Fenstern des nächsten Wohnhauses erlaubt, verweist der Landkreis auf allgemeine Vorschriften.
Das Ziel des VfL, den Trauermarsch der rechten Kameradschaften mit einem sicht- und hörbaren Sport- und Spielfest zu begegnen, wird damit in den Augen des Vorstands ein wenig behindert. „Wir werden den Auflagen aber nachkommen“, betont Geschäftsführerin Silke Engelking, die mit 100 bis 250 vor allem jugendlichen Aktiven rechnet. Der VfL plant Ballspiele, baut eine Hüpfburg auf, organisiert die große Spieltonne und die Trommelaktion „Drums alive“. Die erwachsenen Mitglieder werden sich dem Demonstrationszug in der Bornstraße anschließen, hofft der Vorstand, der nun über Flugblätter alle Übungsleiter und Mitglieder informieren und zur Teilnahme motivieren will.
Für den Landkreis kommt es nicht infrage, das Sportfest näher an den selbst ernannten Trauerzug der Rechtsextremisten in der Bahnhofstraße heranrücken zu lassen. Der Abstand müsse mindestens eine „Steinwurfbreite“ betragen, heißt es im Schreiben. Zudem sorgt sich die Behörde, die Teilnehmer könnten versuchen, durch organisierte oder spontane Sitzblockaden den Trauermarsch verhindern. Ordnungsdezernentin Ursula Müller-Krahtz befürchtet gegenseitige Provokationen, die eine Gewaltspirale in Bewegung setzen könnten.
Allerdings ist in den Augen der Kreis-Ordnungsbehörde weiter der Sichtkontakt möglich, doch durch die räumliche Trennung von mindestens 50 Metern seien gegenseitige Störungen nahezu ausgeschlossen, schreibt der Landkreis, der Glasflaschen oder -dosen bei dem Sportfest untersagt hat. Diese könnten als Wurfgeschosse missbraucht werden.