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Bad Nenndorf Vom Gipfelkreuz zum Gottesdienst
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Vom Gipfelkreuz zum Gottesdienst
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17:18 14.09.2019
Nathalie Otte wechselt von der Pfarrstelle Bakede/Beber nach Bad Nenndorf.  Quelle: göt
BAKEDE/BAD NENNDORF

„Aufregend ist das schon“, räumt die 47-Jährige ein, die seit über zehn Jahren Pastorin der beiden Kirchengemeinden Bakede sowie der Gemeinde Beber, Schmarrie und Rohrsen ist. Schließlich zähle der erste Eindruck, den sie bei den Bad Nenndorfern während des Aufstellungsgottesdienstes hinterlasse. Streng genommen haben die Gemeindemitglieder sogar ein Widerspruchsrecht, das praktisch aber nur sehr selten genutzt wird. Wenn alles glatt geht, erfolgt der Wechsel im Dezember.

„Ich fühle mich wohl hier“, sagt Otte und weist dabei auf das Grün vor dem Fenster ihres Arbeitszimmers und der sich dahinter auftuenden Landschaft des Süntels. Aber sie habe gespürt, dass noch einmal etwas anderes kommen müsse. Gemeint ist ein beruflicher Wechsel. „Es gab nicht wirklich einen Auslöser“, sagt Otte, die alleine nach Bad Nenndorf ziehen will. Doch irgendwann habe sie die Ausschreibungen genauer studiert. Jene von der St.-Godehardi-Gemeinde habe sie zunächst sogar überblättert. „Ich wollte eigentlich gar nicht in die Stadt“, gibt sie zu. Aber irgendetwas habe ihre Aufmerksamkeit immer wieder zurück zu der Annonce gezogen. „Ich hatte direkt das Gefühl, dass Bad Nenndorf eine offene Stadt ist“, sagt sie. Außerdem gebe es dort vergleichsweise viel Grün.

Stellenausschreibung lockte Otte bereits an

Ein erstes Gespräch mit Pastor Achim Schultz-Waßmuth habe sie in der Annahme bestärkt. Sie hätte direkt einen Draht zu ihm gehabt, was für sie auch eine Voraussetzung gewesen sei. „Mir war es wichtig, zu gucken: Passt die Gemeinde auch zu mir?“, sagt die Pastorin. Ihr persönliches Fazit dazu liegt wohl auf der Hand.

Schon in der Stellenausschreibung sei deutlich gemacht worden, dass es in Bad Nenndorf Interesse an spirituellen und theologischen Fragen gibt, schildert die 47-Jährige. Da sie zwei Gemeinden betreut, falle auch die administrative Organisationsarbeit doppelt an. Sie freue sich nun darauf, mehr inhaltlich zu arbeiten. Ihr Eindruck von Bad Nenndorf: „Es gibt viele Menschen, mit denen man sich zusammen auf den Weg machen und sich fragen kann, was Gott und der Glaube in meinem Leben bedeutet“, sagt Otte.

Viele Ideen für Neues

Bevor sie etwas Neues einbringt, möchte die Pastorin die Gemeinde erst kennenlernen. Ideen hat sie aber bereits – von Freiluft-Gottesdiensten bis Exerzitien-Kursen zur Passionszeit. Dabei handelt es sich um geistliche Übungen, die in den Alltag integriert werden, die zu einer intensiveren Besinnung und Begegnung mit Gott führen sollen. Schwerpunkte will Otte aber erst setzen, wenn Gefühl für die Mitglieder bekommen hat und auch weiß, was sich diese wünschen.

Otte ist sehr musikalisch, weshalb sie die Akustik der St.-Godehardi-Kirche besonders zu schätzen weiß. Privat singt sie im Bachchor, der zur Marktkirche in Hannover gehört. In Gottesdienste flechtet sie gerne auch modernere Stücke ein oder leitet einen Kanon an. Neben dem Gesang ist das Wandern ihr zweites großes Hobby – „aber am liebsten in den Bergen“. Für den Aufstellungsgottesdienst unterbricht Otte sogar ihren Bergurlaub im Allgäu. Vom Gipfelkreuz geht’s quasi direkt in die Kirche.